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Fantasy Jugend Roman

J. K. Rowling – Harry Potter and the Deathly Hallows

‘Of course it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it is not real?’

Irgendwie hatte ich schon befürchtet, dass der letzte Teil keinesfalls meine Erwartungen erfüllen könnte. Aber es ist ein großartiges Ende für die Geschichte (bis auf die letzten paar Seiten …). Nahezu alle Fragen wurden beantwortet. Ausgezeichnete Eignung für Eskapismus.

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Fantasy Jugend Roman

J. K. Rowling – Harry Potter and the Order of the Phoenix

Politik, Intrigen und Unstimmigkeiten drängen sich in diesem Buch in den Vordergrund. Zu Anfang erfährt die Leserin vom Orden des Phönix, der bereits zu früheren Zeiten gegen den Dark Lord gekämpft hat und nun auch noch zusätzlich den Schutz Harry Potters zum Ziel hat. Auch die Freundschaft zwischen Harry, Ron und Hermione ist belastet durch Missverständnisse, misslingende Kommunikation und Misstrauen. Der Mittelteil zieht sich träge dahin, erst zum Ende hin hatte ich wieder Spaß am Lesen und dann auch eine lange Nacht, weil ich wissen wollte, wie der finale Showdown ausgeht.

Gestern haben wir den Film zum ersten Band Harry Potter and the Philosopher’s Stone gesehen. Viele Dinge hatte ich mir naturgemäß ganz anders vorgestellt und irgendwie fühlten sich manche Teile dann auch noch seltsamer an, mit dem Blick auf das Alter der Protagonisten. Beim Lesen hatte ich irgendwie keine 11-Jährigen im Kopf; das ist so ein diffuses Alter, dieses Stadium der Vorpubertät. Schon beim Lesen hatte ich mich gefragt, warum den Lehrkräften von Hogwarts keine besseren Schutzmaßnahmen für den Stein einfallen, als welche die selbst drei aufgeweckte Erstklässler überwinden können.

Die musikalische Untermalung ist mir bereits in den ersten Szenen aufgefallen. Diese wird sehr zur Steuerung der Aufmerksamkeit und der Grundstimmung eingesetzt, auch zum Aufbauen von Spannung. Im Großen und Ganzen fand ich den Film gut gemacht, habe aber wieder bemerkt, dass mir das zweistündige Sitzen bzw. Liegen vor dem Fernseher zum Konsumieren einer Geschichte einfach nicht so liegt.

Isolation Tag 25. 7. April 2020

Was mich wirklich nervt, ist dieses ganze „Glaskugel-schauen“. Ich kann total verstehen, dass Menschen jetzt wissen wollen, ob sie im Sommer oder im Herbst auf Veranstaltungen gehen, Veranstaltungen selbst organisieren oder in Urlaub fahren können. Aber der Punkt ist, wir wissen es eben nicht und wir werden es in absehbarer Zukunft auch nicht wissen. Wenn drei Menschen eine Einschätzung treffen sollen, wann eine bestimmte Aktivität wieder möglich sein wird, dann werden drei verschiedene Zeitpunkte dabei herauskommen und die Einschätzung ist mehr oder weniger wertlos, weil wir alle nicht wissen können, wann es soweit sein wird. 

Mir ist es auch sehr wichtig, planen zu können. Immer wieder (und schon vor dieser Pandemie) bin ich mit Situationen konfrontiert gewesen, wo viele Unsicherheitsfaktoren eine Planung schwierig gemacht haben. Meine Lösung dafür ist, auf Basis der wenigen und ungenauen vorhandenen Informationen das Beste daraus zu machen. Anstatt nach exakten Informationen zu suchen, sollten wir lieber auf Basis der vorhandenen Informationen die zu diesem Zeitpunkt beste Entscheidung treffen. Das ist das Einzige, was in so einer Zeit der Unsicherheit funktioniert.

Isolation Tag 29. 11. April 2020

Gerne wäre ich so eine Person, die diese Zeit sinnvoll nutzt. Um ein Buch zu schreiben, ein Projekt zu erfinden, das jetzt sofort Menschen hilft und unterstützt oder ein Projekt zu entwickeln, das etwas Sinnvolles für die Gesellschaft beitragen kann, wenn sich die Lage wieder verbessert hat.

Tatsächlich bin ich eine Person, die sich an manchen Tagen zu den einfachsten Handgriffen zwingen muss, die ihre Partner und Freund*innen mit unvorhersehbaren Stimmungsumschwüngen belästigt und generell genervt ist von der Welt und diesen Umständen.  

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Fantasy Jugend Roman

J. K. Rowling – Harry Potter and the Philosopher’s Stone

Schon als ich noch dachte, ich würde auf Urlaub fahren, hatte ich mir überlegt, ob ich dabei wohl eine der Reihen anfangen würde, von denen ich bisher immer das Gefühl hatte, nicht ausreichend Zeit dafür zu haben. Neben Harry Potter waren auch noch A Song of Ice and Fire, The Cronicles of Narnia und Eragon im Rennen. Spontane Entscheidung für Harry Potter.

In meiner Erinnerung habe ich vor vielen Jahren (als der Hype noch frisch war) mal den ersten Band auf deutsch gelesen und konnte mich nicht recht damit anfreunden. Beim jetzigen Lesen des erstens Bandes auf englisch war mir kaum etwas bekannt. Den Sog, der zum Hype geführt hat, kann ich noch immer nicht nachvollziehen, aber zumindest war ich ein paar Stunden abgelenkt von der ganzen Situation.

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Jugend Roman

Julie Buntin – Marlena

We knew that time would force us into sacrifices – we wanted to flame out before making the choices that would determine who we became. When you were an adult, all the promise of your life was foreclosed upon, every day just a series of compromises mitigated by little pleasures that distracted you from your former wildness, from your truth.

Die Autorin beschreibt in diesem Buch eine lebensprägende Jugendfreundschaft zwischen zwei Mädchen. Eines überlebt, das andere nicht. Das klingt gerade wie eine sehr langweilige Geschichte und tatsächlich gibt es Stellen im Handlungsverlauf, die absehbar sind. Das Ende wird vorweggenommen, die erwachsene Erzählerin blickt zurück auf ihre Jugendfreundschaft mit Marlena. Das Spannende daran sind die vielen Erlebnisse, die in der Jugendzeit einen Einfluss auf die Menschen haben. Große Teile der Persönlichkeit sind unfertig, Jugendliche suchen nach ihrem Platz in der Welt und probieren aus, wohin und zu wem sie passen. Die Menschen, an denen sie sich orientieren, üben einen bleibenden Einfluss aus, der sich noch schwerer wieder abschütteln lässt, wenn die Person nicht mehr am Leben ist. Eine komplexe Geschichte, die sich auch in mehr Absätzen nicht sinnvoll beschreiben ließe.

I wanted to be her most important person, because she was mine.

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Jugend Roman

Jesse Andrews – Me and Earl and the Dying Girl

„Urrrnngh.“

„What is that noise.“

„Regretful polar bear.“

Im Gegensatz zu vielen anderen Jugendbüchern, die sich zwar mit schwierigen Themen befassen, aber nicht wirklich die Sprache der Jugend sprechen, zeichnet sich dieses Buch durch eine betont flapsige Sprache aus. Das kann (für die etwas gealterte Leserin) in manchen Momenten etwas anstrengend wirken, bringt aber schön zum Ausdruck, wie sich das Leben von Jugendlichen tatsächlich darstellt. Und führt zu unfassbar lustigen Situationen und Konversationen.

Der erzählende Protagonist beschreibt etwa ausführlich seine intensiven Versuche, mit allen auf seiner Highschool existierenden Gruppen ein neutrales Verhältnis zu haben, nirgends dazuzugehören, nirgends negativ aufzufallen und sich aus allen Konflikten herauszuhalten. Dieser Versuch wird torpediert durch seine entstehende Freundschaft mit der krebskranken Rachel. Herbeigeführt wird diese Entwicklung durch seine Mutter, die ihm nahelegt, eine vormals bestehende lose Bekanntschaft mit dem nun erkrankten Mädchen wiederzubeleben.

Ausführlich beschrieben wird zwischen den Zeilen, wie schwierig uns im Allgemeinen der Umgang mit kranken Menschen fällt. Mitleid scheint fehl am Platz, so zu tun, als wäre alles in Ordnung wird mit fortschreitender Krankheit unmöglich. Greg überlässt Rachel sein Verzeichnis mit möglichen weiterführenden Schulen, in seinem Verständnis, damit Rachel sich selbst eine Schule aussuchen kann (die sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht besuchen wird können). Rachel sucht stattdessen für Greg eine Filmschule aus. An der er sich nicht bewerben will, weil er sich selbst nicht für geeignet hält.

Die zweite Komponente ist Gregs Freundschaft mit Earl, der mit abwesenden Eltern und ruppigen älteren Brüdern aufwächst und seine Perspektive als Manager bei Wendy’s sieht. Die Freundschaft mit der kranken Rachel verändert beide.

Am Ende verwirklicht die Geschichte natürlich genau das, was sie zu Anfang behauptet, nicht sein zu wollen: eine Geschichte über die lebensverändernde Bedeutung von Freundschaft, Krankheit und dem Sterben eines geliebten Menschen.

Randnotiz:

Was für eine wunderbare Sammlung. Man bekommt sofort Reisefieber und will sich Bücher in beide Jackentaschen stopfen, um gleich loszuziehen.

Vor Jahren hatte ich die Idee, etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen, ich habe dann damals auch begonnen, alle Bücher hier im Blog mit den Städten und Ländern zu taggen, mit denen sie in Verbindung stehen. Jetzt gibt es hier bei Lit Cities eine Karte, wo Städte mit Büchern verknüpft sind, eine sehr schöne Umsetzung dieser Idee. Via Mademoiselle ReadOn.

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Jugend Roman

John Green – An Abundance of Katherines

John Green ist für mich einer jener Autoren, zu denen ich zurückkehren kann, wenn ich einen vertrauten Freund brauche. Dieses Buch ist deutlich fröhlicher angelegt und mit weniger schwierigen Themen behaftet als etwa The Fault in our stars. Und damit gerade das Richtige für eine Pause in der turbulenten Vorweihnachtszeit.

Der etwas schräge und nerdige Colin begibt sich nach der Trennung von seiner Freundin Katherine (XIX) mit seinem Freund Hassan auf einen Road Trip. Recht weit kommen sie dabei nicht, sie landen in einem kleinen Ort in Tennessee, wo sie Lindsey, deren Mutter Hollis und einen Haufen andere Originale kennenlernen. Colin versucht nahezu zwanghaft, eine mathematische Formel zu entwickeln, die seine gescheiterten Beziehungen zu 18 Mädchen namens Katherine (Katherine I ist gleichzeitig Katherine XIX) erklären soll. Davon lenkt ihn zum Glück die Realität ab und ausgehend von einer gescheiterten Wildschweinjagd nehmen die Dinge ihren Lauf.

John Green war übrigens kürzlich im Podcast Death Sex and Money zu Gast.

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Fantasy Jugend Märchen

Neil Gaiman – Coraline

‘Because,’ she said, ‘when you’re scared but you still do it anyway, that’s brave.’

Eigentlich hätte das mein Reisebuch sein sollen, aber irgendwie ergab es sich dann, dass ich gar nicht so viel Zeit hatte und mit dem schon drei Tage vorher begonnenen Kindle-Buch The Elegance of the Hedgehog erst nach der Rückkehr fertig wurde. Für die Reise hätte dieses Märchen (?) sowieso nicht ausgereicht. Obwohl es inhaltlich sehr gut als Reisebegleiter gepasst hätte.

Das Buch erzählt wie Coraline aus Neugierde durch eine verbotene Tür geht und sich plötzlich in einer Parallelwelt wiederfindet, in der sie lauter Schattengestalten aus der ihr bekannten Welt begegnet. Anstatt Augen tragen sie Knöpfe im Gesicht. Die Illustrationen im Buch lassen bereits erahnen, was Tim Burton aus dieser Geschichte machen könnte.

Coraline will nach einer kurzen Zeitspanne, in der ihr diese Welt viel interessanter vorkommt als ihre eigene, nicht nur schnell zurück, sie muss auch noch ihre Eltern befreien. Dabei stößt sie auch noch auf drei andere Seelen, die ihre Parallelmutter (the other mother) entführt hat. Dabei kommt immer wieder das Thema Mut zur Sprache. In einer gefährlichen Situation dürfen wir nicht erstarren, sondern müssen handeln. In einer bedrohlichen Situation sind wir nicht verloren, solange wir einen klaren Kopf behalten und den Mut nicht verlieren. Angst kann hilfreich sein, solange wir nicht zulassen, dass sie uns lähmt. Ein plakatives, aber wahres Motiv.

It is astonishing just how much of what we are can be tied to the beds we wake up in the morning, and it is astonishing how fragile that can be.

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Jugend Roman

Carlos Ruiz Zafón – Der Mitternachtspalast

Die Erfahrung hatte sie gelehrt, dass die Zukunft ihr unerträglich viel Zeit geben würde, die Fehler der Vergangenheit zu bereuen.

Dieses Buch steht seit über zwei Jahren bei mir im Regal (damals hatte ich mir tatsächlich eine Kaufnotiz per Post-It ins Buch geklebt, eine Angewohnheit, die sich nicht lange gehalten hat). Zur Ablenkung brauchte ich eine Geschichte, die unterhält, ohne zu viel Hirnkapazität zu erfordern und Carlos Ruiz Zafon erschien mir hier als passend. Erst während des Lesens hatte ich mich daran erinnert, dass das letzte Buch, das ich von ihm gelesen hatte (Der dunkle Wächter), mich nicht sonderlich begeistert hatte.

Auch bei diesem Buch handelt es sich um einen klassischen Schauerroman. Es beginnt als Krimi, stellt sich jedoch bald als Gruselgeschichte heraus. Gleich mehrere Versionen hat sich der Autor für die Vorgeschichte der Protagonisten Ben und Sheere einfallen lassen, die von den beiden und ihren Freunden im Verlauf des Buches aufgedeckt werden. Unerwartete Wendungen, spannende Szenen in einem verfallenen Bahnhofsgebäude und ein Phantom, das direkt aus den Katakomben der Oper entfleucht sein könnte, garantieren eine hohe Verfilmbarkeit des Materials. (Während ich nach einer potentiellen Verfilmung im Internet suche, stelle ich fest, dass es sich dabei wohl um den zweiten Teil der Nebel-Trilogie handelt, dessen dritten Teil ich bereits gelesen habe. Die Trilogie scheint jedoch keine direkten Verknüpfungen untereinander zu haben.)

Wer sich an der Existenz von Geistern und deren Rachegelüsten nicht stört (oder sich vielleicht sogar daran erfreut), kann mit diesem Buch ein paar unterhaltsame Stunden verleben. Nicht mehr und nicht weniger.

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Jugend Roman

Julya Rabinowich – Dazwischen: Ich

Ich werde nie sein wie die. Sogar wenn ich die tollste Ausrüstung hätte und ein schönes eigenes Zimmer und täglich zum Friseur liefe. Meine Angst wäre noch da. Mein Ducken, wenn sich jemand zu schnell in meiner Nähe bewegt. Ich muss mich daran gewöhnen. Einfach nie so sein zu können wie die anderen mit ihren schönen Sachen. Und ihrem selbstbewussten Lachen. Da kann ich noch so geschickt am Seil klettern.

Die Protagonistin dieses Romans ist die jugendliche Madina. Mit ihrer Familie musste sie aus einem Kriegsgebiet flüchten, ihrem Vater drohte Verfolgung und Tod. Nun lebt sie als Flüchtling in Österreich, ihre Familie wartet angespannt auf den Asylbescheid.

Schon der Titel beschreibt den Zustand, in dem sich Madina, aber auch ihr Bruder und ihre Eltern befinden. Madina ist hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden und dazuzugehören, und der Erinnerung an ihr altes Leben. Sie denkt an ihre Freundin zurück, sie vermisst ihre Großmutter, die zurückbleiben musste, weil die Reise für sie zu beschwerlich war. Sie klammert sich an ihre Freundin Laura, die ihre einzige Verbindung in ihrem neuen Leben ist. Bei Amtswegen übersetzt sie für ihren Vater und schwankt zwischen der Scham über den Zustand ihrer Familie und der Wut auf das System, auf die immer neuen Sachbearbeiter, denen sie ihre Geschichte immer wieder erzählen muss und die ihr doch nicht weiterhelfen können. Sie will so sein wie ihre Mitschüler und fühlt sich als Außenseiterin.

Auch Madinas Eltern sind zerrissen. Sie haben es schwerer, im neuen Leben anzukommen. Sie sollen sich anpassen, wollen aber ihre Werte nicht verraten. Madinas Vater befürchtet, seine Tochter könnte durch den gesellschaftlichen Umgang verdorben werden. Er versucht, sie einzusperren, ist aber gleichzeitig auf ihre Hilfe angewiesen. Eine unlösbare Spannung, die sich weiter steigert, als Madina mehr über ihre Familiengeschichte erfährt.

Wir wissen zu wenig darüber, was eine Entwurzelung mit der Persönlichkeit von Menschen anstellt. Sozialisation prägt entscheidend unsere Wertvorstellungen und unsere Sicht auf die Gesellschaft. Wird nun ein Mensch aus dem herausgerissen, was er bisher kannte, hat er nicht nur sein Zuhause verloren, sondern auch seine Vorstellung davon, wie die Welt funktioniert. Von einem Moment auf den anderen gelten andere Regeln und Gesetze. Das Nicht-Beherrschen der Sprache macht das Verstehen der neuen Regeln unmöglich. Die Traumata des Kriegs dürfen auch nicht vergessen werden. Kein Mensch kann seine Vergangenheit vollständig hinter sich lassen. Vor allem nicht, wenn es ihm erschwert oder unmöglich gemacht wird, sich eine Zukunft zu schaffen. Alle Menschen sollten eine Chance bekommen, sich eine Zukunft aufzubauen.

Aber das Gefühl, das kann besser werden. Das, was jetzt ist. Wenn etwas ganz schlimm war, dann kann es manchmal keine Vergangenheit werden, weil es sich zu sehr an der Gegenwart festgebissen hat. Es bricht immer wieder ins Sichere und ins Neue hinein. Es bleibt als ungebetener Gast. Aber dieses Hereinbrechen wird weniger. Mit der Zeit.

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Jugend Roman

Ian Fleming – Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Erster Gedanke beim Blick auf den Namen des Autors rechts oben auf dem Cover: Ian Fleming. War das nicht der mit James Bond? War er. Eigentlich erstaunlich, dass der sich in zwei so komplett unterschiedlichen Genres einen Namen machen konnte. Laut Wikipedia erschien der erste Bond-Roman Casino Royale ein Jahr vor Tschitti Tschitti Bäng Bäng.

Der Film Tschitti Tschitti Bäng Bäng war einer der Lieblingsfilme von meiner Schwester und mir in unserer Kindheit. Wir hatten damals schon ein Faible für Filme mit Musik. Weitere Favoriten waren Mary Poppins (die tanzenden Pinguine!) und Elliot, das Schmunzelmonster. Darauf folgten bald Grease und Dirty Dancing.

Ich war nicht wenig überrascht, dass das Buch eigentlich nur sehr wenig mit dem Film gemein hat. Genau genommen hat das Produktionsteam hauptsächlich das Auto und seine Wunderfunktionen übernommen, alle anderen Geschichten wurden ziemlich umgebaut. Im Buch ist die Familie Potts eine intakte Familie Vater-Mutter-Mädchen-Junge, während im Film die Kinder mit Vater und Großvater (ein schrulliger Kapitän) aufwachsen. Ohne diese Konstruktion wäre natürlich keine Liebesgeschichte möglich gewesen. Roald Dahl hat sich beim Drehbuch keine Freiheiten versagt.

Mit so vielen Kindheitserinnerungen kann ich mir eine gerechte Beurteilung sowieso nicht anmaßen und verkünde, dass mir der Film besser gefällt als das Buch. Eine Ausnahme.

Reading Challenge: A book that became a movie