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English Fantasy Roman

Shannon Chakraborty – The Adventures of Amina al-Sirafi

CN: Mord, Gewalt, Tod, Body Horror, Alkoholkonsum


Demnächst starten wir wieder mit unserem Hugo Award Nominees Buchclub, unser erstes Buch wird Death of the Author von Nnedi Okorafor sein. Davor hab ich mir vom Radfahrer noch ein Buch für meine Ortsabwesenheit1 ausgeliehen, dieses war 2024 für den Hugo Award nominiert. Und wieder geht es mir so, dass ich jetzt fühle, ich muss das Gewinner-Buch 2025 (Emily Tesh: Some Desperate Glory) lesen, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass es besser sein könnte als dieses.

Protagonistin ist die titelgebende Amina al-Sirafi. Zu Beginn des Buchs ist sie eine Piratin, die ihr Handwerk nieder gelegt hat (retired) und sich nun mit einfachen Aufträgen durchschlägt, um ihre Familie zu unterstützen. Doch das alles ändert sich, als eine betuchte Großmutter sie aufsucht und erpresst: Amina soll ihre Enkelin suchen, die mutmaßlich von einem Franken2 entführt wurde. Tut sie es nicht, will die Lady Aminas Identität enthüllen und ihr alle Feinde ihrer Vergangenheit auf den Hals hetzen. Amina hat keine Wahl, wenn sie ihre Mutter und Tochter nicht diesem Schicksal aussetzen will.

Men and women who were more offended at the audacity of a poor local demanding a cut of the riches they built on our sea than by the possibility of losing their lives. How dare we? Did we not know that our place was to shut up and stay silent?

Zwischen Schiffen, Kämpfen und Magie flicht die Autorin immer wieder moralische Fragen und Dilemmata ein. Amina will keine Verbrechen mehr begehen, ihr eigenes Kind (und ihre Crew) zu beschützen, geht ihr jedoch über alles. Gerade im Konflikt zwischen Amina und der reichen Lady zeigt sich euch deutlich der Klassenunterschied, der im zeitlich undatierten Indischen Ozean die Gesellschaft prägt. Übermäßig Reiche haben Privilegien, während die Armen ums nackte Überleben kämpfen. Moralische Entscheidungen sind jedoch von der reichen herrschenden Klasse nicht zu erwarten. Während für Amina Loyalität und Verbundenheit zählt, will die reiche Lady nur ihren Willen durchsetzen. Die vermisste Enkeltochter soll nämlich mit einem einflussreichen Mann verheiratet werden, um das Renommee der Familie zu sichern.

Amina selbst ist gläubige Muslimin, die jedoch auch mal die Regeln bricht. In ihrer Crew arbeiten jedoch Muslime, Christen und Juden Hand in Hand zusammen, Religion ist kein trennendes Element. An einer Stelle, die ich nicht mehr finde, erklärt Amina, dass Gott die Menschen nicht so verschieden erschaffen hätte, wenn es nicht von ihm gewollt wäre. Eine so einfache Erklärung, die zur Akzeptanz alles von Gott Geschaffenen führen könnte, wenn die Menschen es nur annehmen würden.

Ein wesentliches Element ist auch Aminas Konflikt zwischen ihrer Mutterschaft und ihren anderen Ambitionen. Im Gespräch mit Raksh – einem undefinierten magischen Wesen, das Aminas tot geglaubter Ehemann und Vater ihrer Tochter ist – enthüllt Amina, dass sie nie eine Piratin sein wollte, sie wollte Abenteurerin, Entdeckerin, Forscher*in sein (explorer). Doch wie kann sie sich an der Freiheit an Bord ihres geliebten Schiffes erfreuen, wenn sie doch von ihrer Tochter getrennt ist?

Wollte ich kritisieren, könnte ich anmerken, dass es etwas übertrieben wirkt, wie oft Amina dem sicheren Tod doch noch entrinnen kann. Am Ende wird mir auch die Magie etwas zu intensiv zur Auflösung der Geschichte eingesetzt. Nichtsdestotrotz habe ich mich ausgezeichnet unterhalten und freue mich auf die Fortsetzung, die für Oktober 2026 angekündigt ist.

  1. Da ich normal arbeite, ist es kein Urlaub, ich bin einfach nur woanders. ↩︎
  2. Mir ist nach wie vor unklar, welches Volk hier mit „Franks“ gemeint sein könnte und das darf auch so bleiben. ↩︎
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Roman

Holly Ringland – The Lost Flowers of Alice Hart

CN: Gewalt eines Mannes gegen Frau, Tochter und Tiere, Feuer, Alkoholmissbrauch, Depression


Being around him was like being outside without shelter during stormy weather, always watching the sky.

Dieses Buch hatte ich schon länger auf der Wunschliste, vom großen A ist auch eine Verfilmung als Serie erschienen. Das Buch beginnt mit Alice Hart als Kind, die den Launen ihres gewalttätigen Vaters auszuweichen versucht. Sie lernt früh, dass sie nicht aus der Reihe tanzen darf, dass jeder Verstoß gegen (ungeschriebene) Regeln zu Konsequenzen führt – für Alice selbst oder für ihre Mutter. Wir sehen aber auch ein Mädchen, das ihren Vater trotz allem liebt, da sie nichts anders kennt. Es zerbricht einem fast das Herz, als die kleine Alice eines Tages von zuhause ausreißt und in der Bibliothek auf Sally trifft. Durch die Augen von Sally sehen wir erstmals, wie vernachlässigt Alice tatsächlich ist.

Nach einem Brand, bei dem Alice’ Eltern umkommen und Alice nur knapp überlebt, landet sie bei ihrer Großmutter June, von deren Existenz Alice bisher keine Ahnung hatte. Auf Junes Blumenfarm lernt Alice ein neues Leben kennen. Sie wächst heran in der Gesellschaft von Frauen, die aus verschiedenen Gründen Zuflucht bei June gesucht haben. Es kommt zum dramatischen Bruch, als Alice erfährt, dass June ihre Jugendliebe an die Einwanderungsbehörde verraten hat. Wir sehen, dass das stürmische Temperament ihres Vaters auch in Alice selbst vorhanden ist.

She lunged at the rose-covered house, tearing at the vines, cutting herself on thorns. She tore and grabbed and cried, swept into a rampage of rage and grief and humilitation. A sudden downpour of cold rain broke her trance. Alice stood stunned as she came back into her senses.

Erneut stellt sich Alice einem Neubeginn. Diesmal lässt sie aus eigenem Willen ihr bisheriges Leben hinter sich. Dieser Teil war für mich am Schwierigsten zu lesen, denn er beschreibt, wie Alice die Muster ihrer Kindheit wiederholt. Sie gerät an einen besitzergreifenden, jähzornigen, eifersüchtigen Mann. Einen Mann, der ihr an allem die Schuld gibt, sie für seine Ausbrüche verantwortlich macht und sie schließlich aus ihrem Job zu drängen versucht.

Alice nodded slowly, a flushing fool. What was wrong with her? It was all in her head. She was making the man a monster.

Häusliche Gewalt ist ein viel zu aktuelles Thema und die beschriebenen Muster sind wohlbekannt. Zu oft machen Menschen es sich einfach mit der Frage „Warum geht sie nicht einfach?“. Einen guten Überblick über das Thema findet ihr in dieser Folge des Lila Podcast: Wenn Zuhause nicht sicher ist – Was tun bei häuslicher Gewalt?

Wie beginnt Gewalt – und warum bleibt sie oft unsichtbar? In dieser Folge spricht Özge mit Miriam Peters, die sich mit dem Projekt Land Grazien darauf spezialisiert hat, Betroffenen von partnerschaftlicher Gewalt in ländlichen Regionen zu helfen. Content Warnung: Es geht in dieser Folge um häusliche, psychische & sexualisierte Gewalt, Femizide und traumatische Erfahrungen. Bitte hör diese Folge nicht allein, wenn dich die Themen stark belasten. Du bist selbst von häuslicher Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe.  Gemeinsam mit Miriam Peters spricht Özge über toxische Beziehungsmuster, emotionale Manipulation, Gaslighting, Macht & Kontrolle — und darüber, was Betroffenen wirklich hilft, sich zu befreien.

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Roman

Beate Maly – Gold aus der Wiener Werkstätte

CN: Mord, Blut, Prostitution, Armut


Dieses Buch habe ich tatsächlich gewonnen. Bei einer Verlosung in einem Blog. Später habe ich auch noch herausgefunden, dass ich den Autor dieses Blogs von einer früheren Arbeitsbeziehung her persönlich kenne. Was für ein schräger Zufall.

Als ich schrieb, dass ich dieses Buch gewinnen will, dachte ich aber, es würde zu einer anderen Reihe von Beate Maly gehören, der über die pensionierte Lehrerin Ernestine und den Apotheker Anton, hier im Blog zuletzt Mord auf der Donau. Diese Reihe spielt zur selben Zeit, in Wien kurz nach der Jahrhundertwende. Die wiederkehrenden Protagonist:innen sind hier der Ermittler Max von Krause und die ehemalige Fälscherin Lili Feigl (die sich offensichtlich in einem früheren Roman bereits begegnet sind).

Die Mord-Geschichte könnte vom ein psychologischen Hintergrund her auch aus einer Folge Criminal Minds stammen, die Ermittlungsmethoden sind jedoch deutlich anders. Max von Krause kämpft gegen seine Vorgesetzten, um die moderne (!) Technik des Fingerabdrucksvergleichs und der Fotografie in polizeilichen Ermittlungen einsetzen zu dürfen. Das Tempo der Geschichte ist gemächlich, wir erfahren viel Hintergrund über die Familien von Max und Lili. Auch das historische Wien wird ausführlich beschrieben, viele Schauplätze wecken in mir Erinnerungen (zumeist an Geocaches).

Mein Fazit: Blutiges Verbrechen, aber ansonsten cozy crime mit Wiener Lokalkolorit.

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Roman

Yun Ko-Eun – The Disaster Tourist

CN: Tod, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, Naturkatastrophen (Tsunamis, Erdbeben, Hurrikans, Vulkanausbrüche, Dürre usw.)


Now, if disaster disappears from Mui, life disappears too […] Mui was a thirsty island planning a huge scam to survive, creating holes out of nothing.

Eine interessante Idee, deren Tiefe sich erst im Verlauf der Geschichte erschließt: Yona arbeitet für einen Reiseveranstalter, der Gruppenreisen in Katastrophengebiete anbietet. Die Konkurrenz in ihrer Firma ist groß. Als sie sich wegen sexueller Belästigung über ihren Vorgesetzten beschwert, wird ihr ein bezahlter Urlaub in Form einer der Reisen des Unternehmens in Aussicht gestellt. Yona betrachtet nun die Kund:innenseite ihres Unternehmens: Es sind eigenartige Charaktere, die diese Reise gebucht haben. Mit der Insel selbst und den lokalen Einwohner:innen scheint ebenfalls etwas nicht zu stimmen. Das bestätigt sich, nachdem Yona auf der Rückreise verloren geht und ohne ihren Pass nicht nach Korea zurückreisen kann. Sie kann nur zurück auf die Insel, wo sie jedoch ganz und gar nicht willkommen ist. Denn die Einheimischen führen ein Schauspiel auf für die Tourist:innen; ihr eigenes Leben leben sie, wenn keine Fremden auf der Insel zu Gast sind.

Yonas verlängerter Aufenthalt auf der Insel Mui entwickelt sich zunehmend surreal. Vom Hotelmanager wird sie schließlich in den großen Plan eingeweiht: Die gesamte Insel plant eine neue Katastrophe, um wieder in den Fokus des Interesses zu gelangen und neue Tourist:innen anzulocken. Die gesamte Wirtschaft der Insel hängt am Katastrophentourismus. Der Schriftsteller, der mit Yona die Gruppenreise besucht hat, schreibt dafür ein Skript. Für jede:n Inselbewohner:in ist darin eine Rolle vorgesehen. Dass dafür auch jede Menge Menschen sterben müssen, wird zuerst verdeckt durch den Plan, vorhandene (aus anderen Gründen verstorbene) Leichen zu verwenden. Die ungewöhnlich hohe Rate an Autounfällen mit Todesfolge auf der Insel hat damit wohl nichts zu tun …

Zwischen den Zeilen steht viel mehr, als ich hier jetzt wiedergeben kann. Mich hat am Beginn des Buchs die Beschreibung der koreanischen Arbeitskultur bedrückt: diese harte Konkurrenz zwischen Mitarbeiter:innen, die ständige Gefahr, aufgrund mangelnder Performance aussortiert zu werden, die Unmöglichkeit, die sexuelle Belästigung überhaupt zu thematisieren, weil es mehr Probleme für das Opfer bedeutet. (Schon wieder das Patriarchat … siehe letzter Post …) Gleichzeitig spielt aber auch der Kapitalismus eine wichtige Rolle. Es ist die Notwendigkeit, die Wirtschaft irgendwie am Laufen zu halten, die die Einwohner:innen von Mui zu solchen absurden Ideen und Handlungen zwingt.

Achtung, ab hier Spoiler!

Erst spät in der Geschichte wird Yona (und mir als Leserin) klar, dass auch sie eine Rolle im Skript des Schriftstellers inne hat. Als Teil eines tragischen Liebespaars soll sie nach dem Tod des Geliebten während der Katastrophe gebrochen nach Korea zurückkehren. Sie fleht den Schriftsteller an, den Geliebten zu retten. Da die Geschichte aber trotzdem ein tragisches Liebespaar braucht, hat diese Änderung für Yona unerwartete Folgen.

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Roman

Rebecca Makkai – I have some questions for you

CN (möglicherweise unvollständig): Femizid, sexuelle Belästigung, Tod von Vater und Bruder, Drogenmissbrauch, Depression, Patriarchat, Mobbing


Suddenly, she was every sister of every murdered girl they ever put on the news

Allein schon den Rahmen der Geschichte zu beschreiben, erscheint kompliziert. Die Erzählerin Bodie Kane kommt als Erwachsene zurück an das Internat, das sie als Jugendliche besucht hat, um dort zwei Sonderkurse zu betreuen. Während ihrer Schulzeit dort wurde ein Mädchen ermordet – ein Trauma, das Bodie nie ganz losgelassen hat. Im Rahmen ihres Podcast-Workshops wird das Thema von einer Schülerin aufgegriffen und Bodies Zweifel an der Schuld des verhafteten Täters schlagen Wurzeln in den Köpfen der Jugendlichen. Wichtig ist auch, dass Bodie ihre Erzählung an einen ehemaligen Lehrer richtet, den sie verdächtigt. An ihn richten sich die Fragen aus dem Titel des Buchs.

Neben dieser, aber auch durch diese Geschichte ist das Buch eine umfassende Reflexion über das Patriarchat und das männliche Gesellschaftsbild, das Fälle wie diesen ermöglicht. Im Buch werden immer wieder Beispiele von sexuellem Missbrauch oder Femizid aufgezählt: so viele Fälle, bei denen die Täter davon kommen, bei denen den Opfern die Schuld gegeben wird. All die faulen Ausreden, die wir schon tausendfach gehört haben (sie hätte sich nicht so anziehen sollen, sie hätte nicht allein unterwegs sein sollen, sie hätte nicht so viel trinken sollen, …) und die davon ablenken wollen, dass ein Mann einer Frau Gewalt angetan hat.

In einer Nebenhandlung wird Bodie mit dem Thema auf andere Art konfrontiert. Ihr Ex-Mann wird öffentlich beschuldigt, Jahre früher eine Frau belästigt zu haben und wird dadurch Ziel eines Shitstorms. Dadurch wird auch das Problem falscher Anschuldigungen angeschnitten und Bodie muss ihre eigenen Glaubenssätze hinterfragen. Warum glaubt sie anderen Frauen, aber nicht dieser? Warum relativiert sie das Geschehen, weil jetzt ihr Ex-Mann und durch den öffentlichen Aufschrei auch das gemeinsame Unternehmen unter Beschuss steht? Ihre persönliche Betroffenheit ermöglicht eine neue Perspektive auf das leider so präsente Thema.

Via Kaltmamsell bin ich auf diesen Text von Jasmin Schreiber gestoßen: Die Schuldvermutung. Darin nennt sie Zahlen und aktuelle Beispiele, stellt aber eben auch Überlegungen zur Unschuldsvermutung dar, die oft als Schuldvermutung gegenüber dem Opfer ausgelegt wird.

Doch wie spricht man darüber, Opfer beispielsweise sexueller oder häuslicher Gewalt geworden zu sein? Denn diese Frauen müssen sich fragen, ob ihre Aussage juristisch haltbar ist. Ob sie glaubwürdig klingen werden. Ob ihre Vergangenheit gegen sie verwendet werden kann.

Jasmin Schreiber endet mit einem Aufruf an all die Männer, die „keine von denen“ sein wollen. Ich schließe mich dem an: Ihr „anständigen“ Männer, schaut nicht weg und macht den Mund auf, wenn ihr etwas beobachtet oder hört. Weist andere Männer darauf hin, wenn sie frauenfeindliche, sexistische Witze machen. Stellt euch nicht (nur) an die Seite der Frauen, stellt euch vor sie und tragt euren Teil zu einer gerechteren Gesellschaft bei. Überlegt euch bei der nächsten Wahl, welcher Partei ihr zutraut, für eine Gesellschaft zu arbeiten, die Frauen und Mädchen ernst nimmt. Sprecht mit euren Freunden und Familienmitgliedern und positioniert euch. Es gibt so viel zu tun.

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Roman

Øivind Hånes – Permafrost

CN (möglicherweise unvollständig): Krieg, Tod, Kälte, unfassbare menschliche Grausamkeit


Diesen Post schreibe ich mit noch mehr Verspätung als üblich. Die letzten Wochen waren von einer extrem hohen Arbeitsbelastung und einer privaten Ausnahmesituation überschattet. Jetzt hoffe ich, dass sich alles wieder einpendelt.

Trotzdem erinnere ich mich an das Buch, weil es eine wirklich grausame Kriegsgeschichte enthält. Nach dem Tod seiner Mutter finden Jonas und seine Schwester Hinweise auf den verschwundenen, totgeglaubten Vater, die die Mutter geheim gehalten hat. Jonas reist in die Taiga, um den Spuren nachzugehen.

Warum hat sie es ihnen verschwiegen? Warum hat ihre Mutter ihnen nicht erzählen wollen, was sie wusste? Aber wenn sie es getan hätte, wäre er jetzt nicht hier.

Er trifft dort die Lehrerin Olga, deren Familie ebenfalls eine komplexe Geschichte durchlebt hat. Zwischen Jonas’ Suche nach den Spuren seines Vaters im früheren russischen Gefangenenlager wird eine Episode mit Gefangenen auf einem Transportschiff erzählt, das im Eis stecken bleibt. Es kommt zu einer unfassbaren Grausamkeit, die mir noch immer den Atem stocken lässt, weil sie durchaus wahr sein könnte.

Das Seelenstoffbassin, all das, was dort beginnt, wo die Geschichte endet. Aber dieser Mensch, der ihm den Rücken zuwendet, ist der noch da? Schwer zu sehen, jetzt, der Wagen ist so fern. […] Vielleicht ist es nur ein Schatten, weiß er das nicht mehr? Deshalb konnte er ja nicht brennen.

Neben dem tatsächlichen Geschehen wird ausführlich Jonas’ komplexes Innenleben geschildert. Seine Gedankenströme springen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herum. Der Autor arbeitet teilweise mit wilden Metaphern, um das Gefühlschaos verständlich zu machen. Es ist ein schwieriges, ungewöhnliches Buch.

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Krimi Roman

Tove Alsterdal – Sturmrot

CN: Demenz, Vergewaltigung, Mord, Feuer, Sturm, Hass im Netz, Aufruf zu Gewalt, Suizid in der Familie (in der Vergangenheit)


Ein Mensch ohne Jagdmesser ist verdächtiger als einer mit, zumindest nördlich des Dalälven.

Ein alter Mann wird ermordet aufgefunden – von seinem Sohn, der als Jugendlicher ein Gewaltverbrechen begangen haben soll. Für Nachbar:innen und Öffentlichkeit ist klar, es kann nur der Sohn selbst gewesen sein. Bei den Leser:innen wird jedoch von Anfang an Zweifel gesäht. Nicht nur am jetzigen Verbrechen sondern auch an jenem, das viele Jahre zuvor passiert sein soll …

Auf den ersten Blick hatte mir die Benennung der drei Bücher nach Farben gefallen (es folgen Erdschwarz und Nebelblau). Leider hat die „Farbe“ Sturmrot in der Geschichte überhaupt keine Bedeutung. Ein Sturm kommt vor; ein Feuer wird gelegt; der Zusammenhang ist eher lose. Leider ist mir auch die Ermittlerin Eira Sjödin nicht wirklich sympathisch. Es wirkt zu bemüht, sie sympathisch wirken zu lassen mit der dementen Mutter, um die sie sich kümmert, dem Bruder, der mit einer schwierigen Lebenssituation kämpft, dem Kollegen, mit dem sie eine Art Affäre beginnt, obwohl sie weiß, dass er eine Freundin hat und so weiter und so fort.

Ungefähr bei der Hälfte des Buchs wurde mir ein wesentliches Detail der Auflösung klar. Danach war ich etwas interessierter an der Geschichte und wie sich alles zusammenfügen würde. Leider fügt sich nicht alles zusammen, Vergangenes kann nicht ungeschehen gemacht werden, Menschen werden wegen Handlungen verurteilt, die gar nicht passiert sind, während andere davonkommen. Nach dem Lesen blieb mir ein Gefühl des Frusts. Vielleicht wird in den weiteren Bänden darauf Bezug genommen. Ob ich das herausfinden werde, kann ich aktuell jedoch nicht sagen.

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English Fantasy Roman

Robert Jackson Bennett – The Tainted Cup

CN: Body Horror, Mord, Krankheit, Tod, Gewalt, Korruption


In unserem Mini-Buchclub hatten wir andere für den Hugo Award nominierte Bücher bevorzugt, gewonnen hat letztes Jahr schließlich dieses Werk. Nach einer kleinen Fantasy-Auszeit haben wir uns jetzt entschlossen, doch noch wissen zu wollen, wie uns dieses Werk gefällt. Vorab gesagt: Ich finde es sehr gut geschrieben, mein Favorit bleibt jedoch John Wiswell – Someone You Can Build a Nest in.

Die Welt dieses Buchs bietet einige interessante Facetten. Das Königreich wird von Titanen bedroht, die sich aus dem Meer heranschleichen und die gigantischen Mauern zu zerstören suchen, die sie vom Eindringen ins Landesinnere abhalten sollen. Diese Bedrohung schwebt stets über den Ermittlungen, durch die Protagonist Din und seine „Chefin“ Ana einen merkwürdigen Todesfall aufklären sollen. Zentral ist außerdem, dass die Menschen (und Tiere) dieser Welt mittels aus den Leichnamen der Titanen entwickelter Mittel körperlich oder geistig verändert werden, um ihnen bestimmte Eigenschaften zu verleihen. Din selbst hat die Fähigkeit eines Engravers – eine Art fotografisches Gedächtnis, bei dem Erinnerungen mit Düften verbunden werden, um sie zu einem späteren Zeitpunkt exakt wieder abrufen zu können. Die Veränderungen sind jedoch auch immer mit negativen Folgen verbunden – wie zum Beispiel Erinnerungslücken im Fall eines älteren Engravers.

Aus dem einen Todesfall werden schnell mehrere, es entwickelt sich eine Murder-Mystery-Geschichte mit vielen Zutaten, die sich auch in Real-World-Mordermittlungsgeschichten wiederfinden. Natürlich spielt die Formel „Geld + Macht = Korruption“ eine Rolle; natürlich versuchen sich manche auf den Rücken anderer zu bereichern. Die Pflanze, die im Mordfall eine Rolle spielt, kann in anderer Verwendung auch als Biowaffe eingesetzt werden, was eine Terrorismus-Verbindung heraufbeschwört (à la „wieviel von dem Zeug brauchst du, um eine Stadt zu vergiften?“).

The Empire is strong because it recognizes the value in all our people […].

Das Thema der bewussten Veränderung im Hinblick auf bestimmte Aufgaben wird am Ende in eine versöhnliche Richtung aufgelöst. Ana betont dabei, dass sie alle ihre deutlich als autistisch lesbaren Eigenschaften bereits vor ihrer Veränderung hatte. Es ist ihr innerstes Wesen; ihre Veränderung trug nur dazu bei, ihre bereits vorhandenen Eigenschaften im Sinne des Königreichs besser nutzen zu können. Wir entscheiden selbst, was wir aus unseren gegebenen Eigenschaften machen.

The person an enhancement is paired with is just as important as what enhancement they get. And we get some say in what kind of person we are, Din. We do not pop out of a mold. We change. We self-assemble

Als Murder Mystery fand ich die Geschichte wirklich unterhaltsam und interessant geschrieben. Bezüglich Originalität gewinnt aber in meinen Augen mit deutlichem Abstand das bereits oben erwähnte Someone You Can Build a Nest in. Wir sind gespannt auf die diesjährigen Hugo Award Nominees. (Nominations Open Through March 28, 2026. Announcement wahrscheinlich irgendwann im April.)

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Roman

Ashley Herring Blake – Iris Kelly Doesn’t Date

CN: Generalized Anxiety Disorder


Romance was nothing but brain chemicals and some pretty words, a nice setting. That’s all it was. A fiction brains told to hearts.

Nach Delilah Green Doesn’t Care und Astrid Parker Doesn’t Fail ist nun Iris Kelly an der Reihe, ihr Leben auf den Kopf gestellt zu bekommen. Iris lebt ein freies, unabhängiges Leben und hat kein Interesse an den potentiellen Partner:innen, die ihre Mutter ihr ständig aufdrängt. Als sie Stevie kennenlernt, wird aus einem casual hook-up zuerst ein Katastrophenabend und in weiterer Folge durch allerhand Zufälle eine Fake-Dating-Beziehung. Stevie möchte von Iris lernen, wie sie ihre Anxiety in sexuellen Situationen überwinden kann, Iris erhofft sich von Stevie romantische Inspiration für ihren nächsten Roman. Gleichzeitig spielen die beiden die Hauptrollen in einer queeren, gender-swapped Produktion von Shakespeares Much Ado About Nothing mit Stevies Ex-Partnerin als Regisseurin. Eifersüchteleien, Missverständnisse und Konflikte sind unvermeidlich.

That feeling – self-conscious and lonely and, even though she knew it wasn’t true, like she was somehow wrong – lodged its claws into her heart, her chest, her stomach.

Interessant ist, dass sowohl Stevie als auch Iris sich in ihrer eigenen Persönlichkeit falsch fühlen: Stevie kämpft mit ihrer Schüchternheit und bewundert Iris für ihr (scheinbar) selbstverständliches Selbstbewusstsein. Iris hingegen hat aus ihren vergangenen Erfahrungen mit Grant und Jillian gelernt, dass sie verletzt wird, wenn sie sich auf romantische Gefühle einlässt. Sie weiß, dass sie sich nicht dafür schämen muss, sich auf folgenlose sexuelle Kontakte einzulassen, fühlt sich aber trotzdem falsch im Angesicht der Absichten ihrer Mutter und der Lebenssituationen ihrer fest verpartnerten Freundinnen (Delilah und Claire aus dem ersten Roman planen ihre Hochzeit). Gerade der Austausch miteinander zeigt den beiden neue Blickwinkel auf.

Romance bleibt Romance, das ist ohnehin klar. Wer queer romance lesen will, ist hier ausgezeichnet aufgehoben.

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Fantasy Roman

J. C. Vogt – Anarchie Deco

Triggerwarnung (übernommen aus dem Buch): Mord, Verstümmelung, Sexismus (Alltags- & Universitätskontext), Referenz auf vergangene Abtreibung, antisemitischer Rassismus, Klassismus & Elendsviertel, Missbrauch und Gefangenschaft, PTSD, Militarismus, Nazis & Faschismus, Erdbeben, einstürzende Gebäude.

CN (von mir ergänzt): sexuelle Handlungen


Dieses Buch hat mich begeistert! Es ist witzig, es ist originell, es spielt meisterhaft mit den Referenzen auf Zeit und Ort der Geschichte (Berlin, 1927), es hat fein gezeichnete Charaktere, deren innere Konflikte nachvollziehbar werden, es hat Nachtleben, es hat Sex, es hat komplexe Beziehungen … wenn ich unbedingt irgendwas kritisieren müsste, dann wäre es, dass das Buch zu viel hat. Der eine oder andere Aspekt wäre vielleicht nicht nötig gewesen, um die Geschichte zu erzählen, aber eigentlich ist sie perfekt, so wie sie ist. Mein allerherzlichster Dank an das liebe Wesen, das mir dieses Buch empfohlen und geliehen hat.

Hoffentlich ohne zu viel vom Inhalt zu verraten möchte ich einige Aspekte hervorheben, die im Buch vorkommen und die ich besonders wichtig finde:

Kunst und Wissenschaft

Die Protagonistin Nike arbeitet als Physikerin an der Universität und erforscht dort neue Phänomene, die im Verlauf der Geschichte zunehmend als Magie beschrieben werden. Dabei kam mir das bekannte Zitat von Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke in Erinnerung:

Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic.

Die Phänomene, die Nike und ihre Kolleg:innen an der Universität erforschen, sind zu diesem Zeitpunkt unerklärlich, die Wissenschaftler:innen wissen noch nicht genug darüber, wie sie entstehen und wie sie sich beeinflussen lassen. Daraus lässt sich aber nicht zwangsläufig schließen, dass es sich um unerklärliche Phänomene handelt. Sie sind nur zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht ausreichend erforscht.

Um diese Phänomene entstehen zu lassen, sind in Nikes Versuchen immer mehrere Pole notwendig: einerseits müssen Kunst und Wissenschaft zusammenwirken, andererseits ist aber auch die Dualität eines weiblichen und eines männlichen Wesens notwendig. (Das wirkt zunächst wie eine sehr binäre Sichtweise des Gender-Spektrums, wird jedoch später relativiert.)

Meine Meinung: Kunst ist etwas, das eine eigene Realität erschafft. Eine Welt neben der Welt. Und in der Welt. Aber etwas anderes als das Reale. 

Im Verlauf der Geschichte werden diese beiden Dualitäten zunehmend hinterfragt. Die Frage nach dem Wesen der Kunst wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die scheinbar kunstfremde Physikerin Nike wird dabei selbst zum Forschungsobjekt, als sie zusammen mit der Künstler:in Georgette ihrer künstlerischen Ader nachspürt. Dass sich die beiden dabei auch emotional und körperlich nahekommen, ist ein Nebeneffekt der künstlerischen Arbeit und dem Erforschen der eigenen Persönlichkeit. Nike lässt zu, dass ihr Selbstbild in Frage gestellt wird und entdeckt dabei eine neue Seite an sich.

Für mich ist es so: Handwerk existiert für die anderen. Kunst existiert für dich. Natürlich nicht hundertprozentig. […] Weil diese Pole, anders als in der Physik, nicht absolut sind. […] Aber wenn du dich an Kunst versuchst, tu, was du selbst brauchst. Was dir Ausdruck verleiht. Dass du gibst, ist wichtiger, als dass jemand anders nimmt.

Auch diese Unterscheidung zwischen Kunst und Handwerk ist etwas, das mich seit Längerem beschäftigt. In gewisser Weise hat mich das obige Zitat auch etwas ernüchtert, weil es möglicherweise beschreibt, warum ich mit meinen Experimenten in bildnerischer Kunst einfach nicht weiter komme. Ich sehe da nichts, das mir selbst Ausdruck verleiht. Gleichzeitig muss ich mir wohl selbst zugestehen, dass meine Schreibereien (hier, mit Fotos auf Dosenkiwi, bei den Hacktours-Berichten) und auch die Kurzvideos, die ich für das Theater Delphin schneide vielleicht einfach mein künstlerischer Ausdruck sind.1 Diese Erkenntnis (?) muss ich erst noch etwas ausbrüten, bin gespannt, wo mich diese Reise noch hinführt.

Politik und Wissenschaft

Während Nike und ihre Kolleg:innen noch versuchen, die neu entdeckten Phänomene zu verstehen, werden sie andernorts bereits für politische Interessen instrumentalisiert. Daraus entsteht ein Dialog, der mir aus all den vielen anderen witzigen Formulierungen in Erinnerung geblieben ist. Eine aufgeregte Sekretärin informiert Nike, dass eine Gruppe Männer den Professor belagert und sie soll ihm zur Seite stehen. Nikes erste und zweite Vermutung („Polizei? Journaille?“) werden mit einem „Nein, schlimmer!“ abschlägig beantwortet. Es sind Politiker2, die über die Nutzung der neuen magischen Entdeckungen sprechen wollen.

Die Wissenschaft kann so etwas nicht lange unter Verschluss halten. Im Moment ist es noch was Exotisches, aber du kannst wetten, dass es bald auf der Kinoleinwand landet. In den Nachrichten. In der Zeitung. Und im Reichstag. Ihr seid naiv, wenn ihr glaubt, das würde wieder weggehen!

In weiterer Folge spricht Nike gezwungenermaßen vor dem Reichstag. Die Neuigkeit zieht ihre Kreise und kann nicht mehr unter Verschluss gehalten werden. Tatsächlich wurden die Entdeckungen nicht nur bereits außerhalb der Universität weiter entwickelt; sie werden auch bereits genutzt, um Visionen einer neuen Gesellschaft zu verfolgen. Hier passt einerseits die Platzierung der Geschichte in einer Zeit politischer Spannungen, andererseits fühlt sich selbst das magisch veränderte Berlin hier zu nahe gelegen an der heutigen politischen Weltlage. Durch die Nutzung der magischen Phänomene und daraus ausgelöste Zerstörung erhoffen sich manche ein „Klima der Angst“, das ihnen die Chance gibt, ihre Vision zu verwirklichen.

Geschlechtsidentität und Beziehungsformen

Die oben angesprochene Dualität von männlich und weiblich erweist sich im Verlauf des Buchs als nicht zwingend nötig für das Erzeugen magischer Phänomene. Es wird aber auch gezeigt, wie Nike auf der Suche nach ihrer künstlerischen Ader auch ihre Geschlechtsidentität hinterfragt. Als Frau in der Wissenschaft ist sie ohnehin bereits eine Außenseiterin; zusätzlich kann sie mit den gegebenen Bildern von Weiblichkeit nichts anfangen. Sie trägt Anzüge, weil sich weibliche Kleidung für sie wie eine Verkleidung anfühlt. Die Begegnung und Auseinandersetzung mit dem tschechischen Künstler Sandor, dessen sexuelle Orientierung immer wieder in Frage gestellt wird, und der nächtlichen Künstler:in Georgette, die sich in ihrem Alltagsleben als George Kalinin präsentiert, geben ihr den Anlass, andere Ausdrucksformen auszuprobieren. Gerade die verständnisvolle Erforschung auch der unterschiedlichen körperlichen Bedürfnisse von Nike und Georgette fand ich äußerst einfühlsam geschrieben und sehr gelungen.

Im Rahmen von Nikes und Sandors Zusammenarbeit an den magischen Experimenten spricht Sandor auch eine besondere Form der Partnerschaft an: Er bezeichnet Nike als seine Magiepartnerin und meint, das wäre doch „fast so eine Art Ehe“. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür (siehe oben das Erforschen von Nikes künstlerischer Ader), wie das gemeinsame Erforschen von Unbekanntem Menschen einander näher bringen kann. Die Zusammenarbeit erfordert ein gegenseitiges Vertrauen, ein Sich-aufeinander-einlassen, bei dem manchmal mehr preisgegeben wird, als wir eigentlich wollen.


Abschließend möchte ich dieses Buch nochmals allen wärmstens ans Herz liegen, die sich in irgendeinem der oben beschriebenen Aspekte wiederfinden. Das Buch stammt vom Duo3 Judith und Christian Vogt. Neben ihren Büchern findet ihr auf ihrer Webseite auch Rollenspiele, verschiedene andere Texte oder den Genderswapped Podcast von Judith und Lena. Judith ist außerdem Mitherausgeberin des queerfeministischen Phantastik-Magazins Queer*Welten.

Fazit: Ein absolutes Lesehighlight gleich zu Beginn des neuen Jahres 2026!


  1. Darauf deutet auch hin, wie lange ich immer für so ein Geschreibsel brauche, wenn ich endlich mal damit angefangen habe … schrieb sie eine Stunde später mit einem erstaunten Blick auf die Uhrzeit. ↩︎
  2. Es sind ausschließlich männliche Politiker in dieser Szene. ↩︎
  3. Ich habe lange überlegt, welche Formulierung hier nun korrekt wäre: Autorenpaar? Autor:innenpaar? Und mich dann wie gewohnt für eine Vermeidung der Antwort entschieden. Das hat mir schon damals in der Schule so manche Schularbeit vereinfacht. ↩︎