Bernard Cornwell – Der Flammenträger

Wenn wir jung sind, sehnen wir uns nach dem Kampf. Wir sitzen im Palas um das Feuer und lauschen den Heldenliedern; wie sie ihre Widersacher zu Fall brachten, den Schildwall aufbrachen und ihre Schwerter im Feindesblut badeten. Als Jünglinge lauschen wir dem Geprahle der Krieger, hören ihr Lachen, wenn sie sich die Schlacht ins Gedächtnis rufen, und ihr stolzes Gebrüll, wenn ihr Herr sie an einen schwer errungenen Sieg erinnert.

Sommerzeit, Urlaubszeit und keine Zeit zum Lesen. Zwischen sich in den Juli hinein verlängerndem Arbeitswahnsinn, umfangreichen Urlaubsvorbereitungen und den klausurrelevanten Leseinhalten konnte ich gerade so stückchenweise den neuesten Band der Uthred-Reihe dazwischen quetschen. Auch wenn sich darin wenig Neues findet, enthält dieser Band ein Highlight, auf das die Leser seit Jahren warten. Mehr wird nicht gespoilert.

Das Denken löst sich auf, die Angst regiert, und dann wird der Befehl gerufen, den Schritt zu beschleunigen, und du rennst, stolpernd vielleicht, aber du bleibst in deiner Reihe, denn dies ist der Augenblick, auf den du dich dein Leben lang vorbereitet hast, und dann, zum ersten Mal, hörst du das Donnern, mit dem zwei Schildwälle aufeinandertreffen, das Klirren von Kampfschwertern, und das Schreien beginnt. Um niemals zu enden.

Tad Williams – Der Engelsturm

Nun endlich der vierte Teil der grandiosen Trilogie und selten habe ich erlebt, dass sich alle Handelsstränge und alle Geheimnisse derart schlüssig auflösen wie bei diesem Meisterwerk. Die letzten 300 Seiten musste ich in einem durchlesen, weil ich es einfach nicht mehr zur Seite legen konnte.

Nicht nur alle Geheimnisse, auch die Leben der (überlebenden) Personen haben sich alle so schlüssig aufgelöst und zusammengefügt, wie man es nur selten sieht. 

Empfehlenswert für alle, die gerne in lange Geschichten eintauchen (obwohl im Buch tatsächlich nur zwei Jahre vergehen, kommt es einem viel länger vor). Durch den zähen Start im ersten Buch sollte man sich nicht entmutigen lassen, es lohnt sich, dranzubleiben.

Tad Williams – Die Nornenkönigin

Und schon ist der drittel Teil der grandiosen Saga von Tad Williams wie im Flug vorbeigezogen. Es kommt mir praktisch unmöglich vor, dass ich mich auf den ersten 50 Seiten des ersten Bandes so gelangweilt habe. Jetzt werd ich vielleicht doch ein Pause einlegen, sonst ist es so schnell vorbei und dann doch wieder traurig, wenn man sich schon so in eine Welt hineinversetzt hat. Aber da die Hauptfigur Simon ja ohnehin noch so jung ist, bleibt vielleicht eine Fortsetzung offen?

Tad Williams – Der Stein des Abschieds

Der zweite Teil einer grandiosen Fantasyreihe, die einen in den Bann schlägt. Beim ersten Buch war es noch schwierig, in die Welt Osten Ard einzutauchen, erst nach etwa 100 Seiten fängt das Buch an, tatsächlich spannend zu werden.

Dankbarerweise ist dem zweiten Teil eine Zusammenfassung des ersten Teils vorangestellt, was ungemein hilft, wenn man die Bücher nicht direkt nacheinander liest. Beim dritten Teil werd ich die Zusammenfassung allerdings nicht brauchen, den der kommt jetzt direkt danach :-) Martin Walser wird definitiv noch etwas warten müssen …