Monika Felten – Die Hüterin des Elfenfeuers

Nun also der dritte Teil der Elfensaga. Im Klappentext wird recht groß angekündigt, dass alle Geheimnisse aufgelöst werden, das hab ich jetzt nicht so empfunden. Mit einer Zeitreise, die am Schluss genauso seltsam endet, wie sie begonnen hat, beantwortet man eigentlich keine Fragen.

Noch dazu könnte es ohne Weiteres noch einen weiteren Teil geben, es gibt keinen richtigen Abschluss, schlicht kein zufriedenstellendes Ende. Spannend und fesselnd ist das Buch genauso wie die anderen und auch das man nun die Vorgeschichte der Personen erfährt, die im ersten Teil die erwachsenen Hauptpersonen erfährt, ist eine nette Idee (man sollte allerdings nicht zu viel Abstand zum ersten Teil haben, sonst wird man sich wohl nicht mehr recht erinnern).

Fazit: Etwas unzufriedenstellender Abschluss der Saga von Thale.

 

Roman Rausch – Und ewig seid ihr mein

Grundsätzlich kann ich ja keine Bücher weglegen, aber bei diesem hier hab ich ernsthaft drüber nachgedacht. Eigentlich kann ich CSI und alle möglichen anderen grauslichen Krimiserien oder OPs am offenen Herzen ohne Gruseln anschauen, aber bei diesem Buch war ich echt knapp davor, psychisch aufzugeben.

Das eigentliche Thrillerhafte ist eigentlich die Personenführung, aber wie Rausch die Greueltaten des Mörders beschreibt, grenzt einfach an Folter, wenn man gezwungen ist, sich das Ganze bildhaft vorzustellen (was beim Lesen halt automatisch passiert). Von den Schmerzen der Opfer gar nicht zu sprechen …

Fertig gelesen hab ichs trotzdem, ab der Hälfte konzentriert es sich dann tatsächlich auf die Auflösung der Verhältnisse der beteiligten Personen, was dann auch zu etwas Verwirrung führen kann, aber auch die Genialität der Ausarbeitung der Geschichte zeigt.

Fazit: Ein grandioser Thriller, aber nicht als Einschlaflektüre und nichts für Zartbesaitete.

 

Currently Reading:
Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis (Amazon)

(Dazu ist anzumerken, dass ich die letzten zwei Tage eine lange Zugreise absolviert habe, und es in dieser Zeit geschafft hab, sage und schreibe die Hälfte der fünf Bände zu verschlingen …)

Henning Mankell – Hunde von Riga

Eins muss man ihm lassen, beim Wallander bleibt wirklich kein Stein auf dem anderen. In jedem Buch erschließt sich eine neue persönliche Facette, er erlebt eine Weiterentwicklung, die man bei einer derartigen Krimireihe nicht unbedingt erwarten würde. 

Noch dazu spielt der Großteil des Buches in Riga, man kann sich die dortigen Zustände als Europäer im 21. Jahrhundert kaum vorstellen. Obwohl es sich um einen Roman handelt, scheint die politische Situation äußerst detailliert portraitiert zu sein, und das ohne zu langweilen, sondern schlicht spannend.

Kathy Lette – Keine Frau ist eine Insel

Männer bezeichnen Frauen oft als blöde Kühe.
Frauen wissen zuverlässig, dass Männer niemals an Rinderwahnsinn erkranken können … weil sie nämlich Schweine sind.

Wieder mal ein ziemlich irrer Frauenroman von Kathy Lette. Nach diesem Roman muss ich sie echt im Regal neben Steffi von Wolf einordnen, die erfindet auch immer so irre Geschichten und Figuren. Wobei ihre Personen noch um einiges skurriler sind.

Aber was hier bis zum Happy End alles über die Protagonistin Shelly hereinbricht, muss man sich mal einfallen lassen. Da braucht man schon eine äußerst lebhafte Phantasie …

 

U. A. O. Heinlein – Der Infekt

Was soll ich sagen, ein genialer Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt (wenn man nicht durch reale Personen davon abgelenkt wird ;-).

Also echt, die Heinlein-Bücher kann ich nur jedem empfehlen, der mit diesem Genre was abgewinnen kann.

Green and Lundquist Website

 

Tommy Jaud – Millionär

Der Saal kocht, als hätte Eminem gerade seinen Hip Hop Battle gewonnen und Deutschland die WM. Shahin und ich umarmen uns, wir klatschen uns ab und schreien uns an.
“ICH BIN DER PFEIF-ADAIR!”
“UND ICH DER BESCHWER-ADAIR!!!”

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Den Vorgänger Vollidiot hab ich gelesen, den Film nicht gesehen, Oliver Pocher ist ja nicht so mein Fall und ich hätte den auch optisch nicht so als Simon Peters gesehn.

Jedenfalls hat der gute Simon hier im Endeffekt wesentlich mehr Glück als in Vollidiot, aber das Buch kommt nicht als bloßer “Zweiter-Teil-Abklatsch” daher, sondern lebt durchaus von kreativen eigenen Ideen. Wenn man halbwegs Zeit hat, ist man da rasch durch, kurzweilige Unterhaltung at its best.

 

Lily Brett – New York

“Wenn man zu schnell geht, bekommt man Falten”, sagte eine Nachbarin zu mir. Um mir das mitzuteilen, hatte sie mich mitten auf dem West Broadway angehalten.

Fröhliche Menschen stimmen mich bedrückt. Manche Leute sind von unermüdlicher Fröhlichkeit. Es ist unnormal, so fröhlich zu sein. Ich habe nichts gegen zeitweilige Fröhlichkeit. Sie gefällt mir sogar. Aber ununterbrochene Fröhlichkeit bereitet mir Probleme. Und ermüdet mich.

Ich habe zu viele Frauen ihr Gehirn abgeben gesehen. Ich habe zu viele Frauen sich in Mann und Kindern verlieren gesehen. Sie büßen alle Fähigkeiten ein bis auf die, hinter anderen herzuputzen.

Ganz schön neurotisch, die Gute, aber das sind wir ja von Lily Brett schon gewohnt. Da heißts echt, ihre Sorgen möcht ich lieber nicht haben. Wobei ich das mit den ständig fröhlichen Menschen (siehe Zitat oben) absolut nachvollziehen kann. Wenn man zu Unzeiten aufstehen muss, um arbeiten zu gehen, und sich nur wünscht, dass einen keiner anredet und dann kommen diese fürchterlichen “Guten-Morgen”-Grinser und man möchte dem anderen einfach nur eins überziehen …

Es scheint sich hier um eine Kolumnensammlung zu handeln (das könnte ich jetzt recherchieren, aber eigentlich ist es egal), da die Texte alle gleich lang sind. Gut geeignet für unterwegs, weil dünnes Buch (passt in jede Tasche) und einen Text schafft man locker zwischen zwei U-Bahn-Stationen. Dadurch, dass das Buch so dünn ist, läuft man auch nicht Gefahr, sich von den Neurosen anstecken zu lassen. Zumindest, wenn man nicht alles in einem Rutsch liest ;-)

Currently Reading: Claude Cadoz: Die virtuelle Realität
Das hab ich beim Aufräumen meiner Handtaschen halbgelesen in einer Tasche gefunden, die ich schon lang nicht mehr verwendet hab. Werd ich wahrscheinlich von vorne anfangen müssen, um mich da wieder auszukennen …

Monika Felten – Elfenfeuer

Erster Teil einer Elfen-Druiden-Trilogie, anfangs etwas unübersichtlich bei der Einführung der Personen, aber wenn man mal drin ist, kann mans fast nicht aus der Hand legen, wie das bei diesen Fantasy-Teilen oft so ist. 

Was bei diesen Fantasy-Teilen auch oft so ist, ist hier nicht so auffällig störend: Man weiß genau, dass die Hauptpersonen am Ende ihr Ziel erreichen, auch wenn die Widrigkeiten und Boshaftigkeiten sie oft kurz vorm Ziel ereilen. Die Rettung ist meistens gut vorbereitet und ich konnte mich selbst am Himmelsturm nicht mehr an diesen Trank erinnern, der die Hauptperson letztlich gerettet hat. Es erscheint nicht wirklich der plastische “Deus Ex Machina”, sondern quasi die Rettung aus der Vergangenheit.

Werd mir wohl bald den zweiten Teil hernehmen.

Mian Mian – Deine Nacht mein Tag

“Wenn du schlechte Nachrichten hast, erzähl sie mir nicht. Wenn du in Schwierigkeiten bist, bitte mich nicht um Hilfe. Ich liege jede Nacht wach, neuerdings huste ich, und gestern wollte ich aus dem Fenster springen. Ich habe nicht mehr die Kraft, deinen Schmerz mit dir zu teilen.”

Sex & Crime, Drugs & Alkohol. Genauso verwirrt klingen auch die Geschichten. In sieben unzusammenhängenden Geschichten kommen teilweise dieselben Personen vor, zumindest haben sie dieselben Namen, ob es sich um dieselben Personen handelt, kann man auch, wenn man sich sehr bemüht, nicht nachvollziehen, dürfte wohl so gewollt sein.

Allerlei kaputte Beziehungszustände, noch mehr kaputte Persönlichkeiten, alles in allem eher deprimierend. Wenn man allerdings auf diese kaputte Pete-Doherty-Coolness steht …