Rachel Cohn & David Levithan – Dash & Lily’s Book of Dares

I think we both knew that. It’s only when we try to make the girl or the boy in our head real that the true trouble comes. I did that with Carlos, and it was a bad failure. Be careful what you’re doing, because no one is ever who you want them to be. And the less you really know them, the more likely you are to confuse them with the girl or boy in your head.

Die Reading Challenge verlangte auch nach einem Weihnachtsbuch und kurz hatte ich mir überlegt, ob ich The Christmas Train aus dem Regal holen sollte. Falls man davon sprechen kann, ist das mein liebstes Weihnachtsbuch überhaupt. Ein Road-Movie mit vielen unterschiedlichen Protagonisten, jeder hat ein Ziel, eine Geschichte und der rote Faden des Zuges führt sie zusammen (oder auseinander). Eine Verwandtschaft mit Love Actually (meinem liebsten Weihnachtsfilm) ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Dann klickte ich mich aber doch durch eine Goodreads-Liste von Weihnachtsbüchern (die ich mir allerdings nicht notiert habe und daher nicht verlinken kann) und fand eines von David Levithan, der mir mit Every Day sehr positiv aufgefallen war. Ein Glücksgriff, wie sich herausstellte.

Dash und Lily wirken zu Beginn wie zwei vollkommen unterschiedliche Menschen, die sich in keinster Weise verstehen oder sogar mögen können. Dash ist genervt von Weihnachten und froh, dass er es ohne familiären Trubel verbringen kann, Lily ist sauer auf ihre Eltern, weil diese ihre Hochzeitsreise wiederholen und das Familienweihnachten ins neue Jahr verschieben. Dash ist ein knallharter Zyniker, Lily sieht das Gute im Menschen. Was kommen muss, kommt, aber es kommt auf eine so witzige, amüsante und pointierte Art und Weise, dass man auch den lahmen Plot genießen kann, weil man während des Lesens manchmal einfach laut loslachen möchte. Das englische Wort dafür dürfte hilarious sein, eine deutsche Entsprechung will mir gerade nicht einfallen.

Reading Challenge: A book set during christmas

John Green, Maureen Johnson, Lauren Myracle – Tage wie diese

Schon allein die Kategorisierung ist schwierig. Eigentlich sind es drei Geschichten von drei Autoren, doch die Geschichten spielen alle in derselben zeitlichen und örtlichen Ebene (geradezu aristotelisch) und nehmen Bezug aufeinander.

Der Leser verfolgt zuerst Jubilee, deren Eltern bei einer Schlägerei um ein Sammlerstück verhaftet werden. Auf dem Weg zu den Großeltern bleibt der Zug im Schnee stecken. Jubilee landet im Waffelhaus und schließlich bei Stuart. Einen interessanten Weg ins Waffelhaus haben auch Tobin, JP und „der Herzog“. Dabei entdeckt Tobin seine Gefühle für das Mädchen, mit dem er seit Ewigkeiten befreundet ist. Die dritte Geschichte führt alle Protagonisten bei Starbucks zusammen, wo Addie arbeitet. Sie hat ihren Freund Jeb betrogen und zweifelt nun an der Beziehung.

Am besten hat mir noch Jubilees Geschichte gefallen, ihr trockener Umgang mit den Cheerleadern und viele weitere Details ihrer Persönlichkeit machen sie in meinen Augen zur sympathischsten Persönlichkeit des Buchs. Die beiden weiteren Geschichten waren mir zu vorhersehbar. Auch dabei gab’s natürlich interessante Wendungen, aber der Ausgang war von Anfang an klar.

Für jugendliche Leser dürfte dieses Buch bestens geeignet sein. Sie sind mutmaßlich noch nicht so vertraut mit den literarischen Methoden, um von Stereotypen gelangweilt zu sein. Auch die Übersetzung ist in Ordnung (über das Teetassenschwein hab ich mich immer wieder gewundert). Auch ja, und Weihnachten. Mitten im Sommer. Das hat damals bei David Baldacci (The Christmas Train, keine Rezension von mir, das war v0r meinen bloggenden Zeiten) zwar wunderbar funktioniert. Muss es aber nicht immer.