CN: Krieg, Gewalt, Tod, Inzest, Vergewaltigung, Verstümmelung, Suizid, Gewalt gegen Tiere
»Sie haben getötet, sie wurden verletzt, sie haben Brüder verloren. Sie lachen und feiern, denn sie haben die Toten auf dem Schlachtfeld gelassen. Du aber, du trägst deinen Vater und den Hass immer noch mit dir herum. So wie die Herrin der Hügel unserer Mutter gegenüber.«
Eine liebe Freundin drückte mir vor ein paar Wochen dieses Buch in die Hand – ein Hardcover, von der Autorin signiert. Ich hatte schon vergessen, wie schwer so ein dickes Hardcover in der Hand liegt. Ein Blick auf die Webseite von Marion Wiesler überrascht mich: Unzählige Bücher in ihrer eigenen Welt der Kelten, aber auch historische Romane anderer Epochen und Romane in modernen Zeiten sind da zu finden. Andere würden gerne mal ein Buch schreiben … ich gebe zu, ich bin etwas neidisch, für sie scheint das Veröffentlichen ihrer Bücher im Self-Publishing nicht schlecht zu funktionieren.
Das hier vorliegende Buch spielt in einem magischen Irland, in das die Titelheldin Morrigan mit ihren Schwestern und ihrem Stamm, den Tuatha Dé, zurückkehrt. Vor Jahren wurden sie vertrieben und wollen sich nun ihr Reich zurück erobern. Morrigan und ihren Schwestern kommt dabei eine entscheidende Rolle zu: Als Hüterinnen beschützen sie Mensch, Tier und Land, lassen in Schlachten Feuer auf ihre Feinde regnen und schauen in die Zukunft. Die Schwestern sind sehr verschieden und doch – wie ein ums andere Mal wiederholt wird – wie eine.
Die Herrin der Hügel war gekommen, mein Kind zu sehen. Mit unsäglicher Trauer im Blick. Im Blick auf mich, nicht auf meinen Sohn.
Starke weibliche Charaktere, eine überzeugende Geschichte mit spannenden Wendungen – was wollen wir mehr? Ein Blick auf die Liste an Content Notices ganz oben zeigt, dass es für die eine oder den anderen eventuell zu blutig zugeht. Blut, Tod und Schlachten stören mich persönlich jetzt nicht, allerdings hat mich die religiöse Komponente etwas irritiert. Eine Frau muss mittels Gewalt entstandene Kinder austragen, weil die Götter es so befehlen? Ein neu geborenes Baby wird geopfert, weil der Frieden für Stamm und Land dadurch gerettet werden soll? Das stellt die Frage, welches Leben mehr Wert ist und diese Frage möchte ich nicht mehr gestellt wissen. Religiöse Vorstellungen, nach denen das Opfern eines unschuldigen Kinds zum Wohle anderer Menschen in Ordnung ist, möchte ich nicht mehr lesen, nicht in der Realität und auch nicht in Fantasy-Romanen.
