Leni Zumas – The Listeners

Das Weglegen eines Buches ist mir ja ein vollkommen fremdes Konzept. Aber bei diesem hat es echt lange gebraucht, bis ich halbwegs ein Gefühl dafür bekommen hab. Bei 20% (auf dem Kindle gelesen) hatte ich immer noch das Gefühl, dass ich keine Ahnung habe, wer die Protagonistin ist und warum es ihr in ihrem Leben so geht, wie es ihr geht.

Wie sich später herausstellte, war das bis zu einem gewissen Grad Teil des Konzepts. Das Buch erzählt in großteils sehr kurzen Episoden (teilweise weniger als eine Kindle-Seite) in unterschiedlichen Zeitebenen die Beziehung zwischen Quinn, ihren Geschwistern, ihren Freunden, ihren Partnern, ihren Eltern. Prägendes Element ist der Tod ihrer Schwester, an dem sie sich schuldig fühlt und über den in der Familie nicht gesprochen wird. Während die anderen Erzählstränge großteils offen bleiben (wie es im Leben eben auch so oft ist), findet die Trauer um die verlorene Schwester in gewisser Weise ein Ventil. Das führt das Buch zu einem gewissermaßen versöhnlichen Ende, wobei jedoch der Leserin eigentlich klar ist, dass es für Quinn erst der Anfang ist. Der Anfang zu einem selbstbestimmten Leben.