Susan Andersen – Gefährliche Liebe

Roulette (c) Elke Hannmann / PIXELIO 

Es gab Tiefen in ihm, die Amanda noch nicht recht deuten konnte. Gerade als ihre Meinung unumstößlich feststand, dass Tristan unglaublich kalt und gefühllos war, hatte er Rhonda diese Blumen geschickt mit den einfühlsamen Worten und der komischen, formellen Unterschrift. Den Gesichtsausdruck ihrer Freundin, als sie sie bekam, würde Amanda lange nicht vergessen. Die Blumen hatten ihr viel bedeutet.

Susan Andersen, eine der fleißigsten Produzentinnen von Frauenromanen würzt die Liebesgeschichte zwischen einer schüchternen Frau und einem starken Mann dieses Mal mit einem gehörigen Schuss Mord und crime. 

Bis Amanda und Tristan endlich zusammenfinden, sterben Tänzerinnen, werden Gefühle gezeigt und versteckt, ein Hund adoptiert und das eine oder andere Missverständnis erlebt. Es scheint etwas auf Drehbuch hingeschrieben, der zweite Wendepunkt mit der Katastrophe kurz vor dem Happy End erweckt deutlich diesen Eindruck.

Auch dieses Werk eine harmlose Unterhaltungsstrategie für den Strand oder jede andere Sommerbeschäftigung.

Andrea Sixt, Barbara Wilde – Der transparente Mann

Riesenrad (c) Oliver Weber/PIXELIO

Nichts an der Art, wie sich die beiden Kontrahenten begrüßten, deutete auf einen Konflikt hin. Zu viert stiegen sie plaudernd die Treppen hoch. Joe musterte Huber und ihren Vater dabei verstohlen. Sie war überzeugt, dass keine Frau der Welt es fertig gebracht hätte, ihre Gefühle so meisterhaft unter Kontrolle zu halten wie diese beiden Männer. Vom Keller bis zum Dachgeschoss gingen sie jeden einzelnen Quadratmeter in dem Gebäude ab. 

Ein Frauenroman. Aber diese Frau ist zumindest etwas originell. Johanna / Joe arbeitet als Klempnerin in der Firma ihres Vaters, obwohl sie eigentlich Architektur studieren will. Beim Einschreiben an der Uni lernt sie den Künstler Konstantin kennen, die beiden führen eine Beziehung, bis Joe aufdeckt, dass Konstantin sie betrügt. Sie beschließt, ihn zu outen und ruft eine Webseite ins Leben, auf der Frauen von ihren negativen Erfahrungen mit Männern berichten können.

Das Projekt verselbständigt sich, Joe gerät in allerhand schwierige Situationen. Bis sie endlich den wirklich wichtigen Mann in ihrem Leben in die Arme schließt, muss sie sich durchkämpfen.

Um sich zu beruhigen, zog Joe Marcs Geschenk aus der Handtasche und wickelte es behutsam aus. Sie öffnete den schmalen weißen Karton. In feines Seidenpapier gehüllt lag da ein Paar gefütterte Handschuhe aus nougatfarbenem, superweichem Leder. Eine Karte lag nicht dabei, aber das war auch nicht wichtig. Von schönen Worten hatte Joe genug.

Natürlich ist das Ende absehbar, aber immerhin sind die Situationen nicht an den Haaren herbeigezogen und trotzdem amüsant beschrieben. Eine ideale Sommerlektüre für Freunde des Genres.

 

Ephraim Kishon – … und die beste Ehefrau von allen

Eheringe (c) berwis/PIXELIO

Andererseits hat das handbremsenfeindliche Verhalten meiner Frau auch seine Vorteile. Sie ist dadurch leichter zu orten. Wenn ich sie zu Hause vergebens suche und wissen möchte, wo sie sich gerade befindet, brauche ich nur aufs Dach zu steigen und meine Blicke in Richtung Stadt zu lenken. Dort, wo eine kleine Rauchsäule aufsteigt, ist Frau Kishon. Eine sehr praktische Methode; allerdings keine sehr originelle, denn auch Indianer und Kardinäle verwenden Rauchzeichen.

In gewohnt zynischer und (selbst-)ironischer Art beschreibt Kishon das Zusammenleben mit seiner Sarah – der besten Ehefrau von allen. Nicht nur ihr Tick bei der Auswahl der Kleider bzw. dem Styling für eine rauschende Silvesterparty können von etwa jedem Mann und jeder Frau nachvollzogen werden. 

Hübsche Episoden aus dem Eheleben, schnell gelesen und immer wieder etwas für zwischendurch. Wer sich an Alltagssatiren erfreuen kann, ist mit Kishon immer auf der sicheren Seite.

Susan Elizabeth Phillips – Mitternachtsspitzen

In stressigen Zeiten ist für die harte Kost einfach nicht die Ausdauer sein, muss ich zu meiner Schande leider sagen. Da geht eben nur sowas wie Susan Elizabeth Phillips.

Der erste Roman von Bestsellerautorin Susan Elizabeth Phillips: Eine historische Liebesgeschichte, unvergleichlich frech, sexy und romantisch – in deutscher Erstveröffentlichung!

So jubelt der Klappentext. Tatsächlich ist es aber so, dass es eher nicht notwendig gewesen wäre, dieses Erstlingswerk dem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen, weil das Ergebnis einfach nicht so großartig ist. Aber wenn eine Autorin einmal erfolgreich ist, kaufen die Leute natürlich auch das bisher in der Schublade versteckte Erstlingswerk und die verantwortlichen Verlage wissen das.

Weite Teile der Story sind so absurd, dass man dabei nur den Kopf schüttelt. Wer nach einem Frauenroman greifen will, sollte besser nach einem neueren Werk der Autorin greifen.

Carly Phillips – Hochzeit auf griechisch

Ja, obwohl ich mich im Post zu Balzac über aktuelle Romane nicht grade positiv geäußert habe, musste als Ausgleich zu diesem Riesenwälzer ein locker luftiges Taschenbuch von Carly Philipps her. Und sie enttäuscht nicht.

Auf Seite 20 verliebt sich der männliche Protagonist Ryan quasi auf den ersten Blick in die weibliche Protagonistin Zoe. Auf Seite 24 verspürt er bereits ein nie gekanntes Verlangen nach ihr. Auf Seite 58 sieht sie ihn das erste Mal mit nacktem Oberkörper. Natürlich war sie vorher schon interessiert, jetzt jedoch ist sie geradezu entflammt.

Bis zur Hochzeit müssen die beiden natürlich noch eine Familiengeschichte aufdecken und beide zu sich selbst finden, waren sie doch vorher eingefleischte Singles und mit ihrem Job verheiratet.

Griechisch ist allerdings nichts an der Geschichte. Nicht mal griechisches Essen kommt vor. Da hat sich der deutsche Verlag mal wieder einen originellen Titel ausdenken müssen. Der Originaltitel lautete “Summer Lovin'”. Das ist den Deutschen wohl zu nichtssagend.

 

Carly Philipps – Verliebt, skandalös und sexy

Und noch einmal Carly Philipps … Hatte ich aufs Frequency mitgenommen, da ist man meist nur zu wenig Gehirnaktivität fähig und dazu sei gesagt, ist Carly Philipps immer perfekt. Und angesichts der Wetterlage war es auch gut, dass ich das Buch mit hatte, ich hatte den ersten Teil der Geschichte noch am Festival durchgelesen.

Der Rest hat mich dann so gelangweilt, dass ich mich beinahe quälen musste. Es ist ein Drama mit den Frauenromanen.

 

Bastian Sick – Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – Folge 3

Immer wieder amüsant sind die Kolumnen von Bastian Sick und man braucht wohl auch keine Angst haben, dass ihm mal das Material ausgeht, auch wenn sich beim dritten Band möglicherweise schon etwas Routine eingeschlichen hat.

Meine Favoritin ist jedenfalls die berühmte Sybille:
Sybille engagiert sich sehr für ihre Freunde. Wer immer Hilfe braucht – sei’s beim Montieren eines neuen Regals oder bei der Erörterung von Beziehungsproblemen –, der kann auf sie zählen. “Ich habe eben eine soziale Strähne”, sagt sie. Eigentlich ist Sybille ja sehr tierlieb, daher bin ich nicht sicher, ob sie sich der Bedeutung ihrer Worte bewußt ist, wenn sie einem Touristen erklärt: “Da können Sie zu Fuß hingehen. Das ist von hier nur einen Katzenwurf entfernt!”

Nach Genuss dieses Werks wird man zwangsläufig pingelig und es springen einem alle möglichen Ungereimtheiten ins Auge, die man normalerweise bemerkt hätte. Aus Erfahrung mit den ersten beiden Bänden kann ich allerdings bestätigen, dass das vorübergeht. Obwohl es oft nicht schaden kann, die eigenen Formulierungen etwas genauer zu fragen.

Geposted in der Hoffnung zu später Stunde nicht zu viele Fehler eingebaut zu haben (ja, ich weiß, dass es den Anglizismus “posten” in der deutschen Sprache nicht gibt und dass es sich hierbei um keinen vollständigen Satz handelt).

Alix Girod – Heilig auf High Heels

Hatte ich meiner Schwester zum Geburtstag geschenkt und in der natürlichen Leseordnung von Schwester zu Mutter, von Mutter zu mir, ist es nun auch mir in die Leseliste gefallen.

Leider muss ich sagen, dass es ein ziemlicher Fehlgriff war. Die Journalistin Pauline wird von einem Haufen Mineralwasser erschlagen und landet in einer Nahtoderfahrung bei Gott, der ihr als Karl Lagerfeld erscheint und ihr Zeit gibt, ihr Leben zum Guten zu verändern, um nicht sterben zu müssen. Pauline bemüht sich redlich, und macht sich dabei bei Familie, Freunden und Kollegen unbeliebt. Letztlich macht die Entwicklung jedoch Gott durch, der schlussendlich erkennt, dass Paulines Arbeit für die Unterhaltung eigentlich eh in Ordnung und ihr Verhältnis zur Familie vorher besser war.

Leider ein Fehlgriff, wenig amüsant.

 

Carly Phillips – Her mit den Jungs!

Und der zweite Teil von Carly Phillips Trilogie über die Jordan-Schwestern. Jetzt schon beinahe etwas langweilig, weil nach genau demselben Muster gestrickt wie der erste Teil. Trotz allem kann man sich ein paar Stunden damit amüsieren, während man darauf wartet, dass endlich die Kollegen mit den letzten Unterlagen herüberkommen. Auch fürs Ärztewartezimmer wärs ein guter Tipp. Wie bereits unten erwähnt, lockerleichte Sommerlektüre ohne Anstrengungen.