Ian Fleming – Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Erster Gedanke beim Blick auf den Namen des Autors rechts oben auf dem Cover: Ian Fleming. War das nicht der mit James Bond? War er. Eigentlich erstaunlich, dass der sich in zwei so komplett unterschiedlichen Genres einen Namen machen konnte. Laut Wikipedia erschien der erste Bond-Roman Casino Royale ein Jahr vor Tschitti Tschitti Bäng Bäng.

Der Film Tschitti Tschitti Bäng Bäng war einer der Lieblingsfilme von meiner Schwester und mir in unserer Kindheit. Wir hatten damals schon ein Faible für Filme mit Musik. Weitere Favoriten waren Mary Poppins (die tanzenden Pinguine!) und Elliot, das Schmunzelmonster. Darauf folgten bald Grease und Dirty Dancing.

Ich war nicht wenig überrascht, dass das Buch eigentlich nur sehr wenig mit dem Film gemein hat. Genau genommen hat das Produktionsteam hauptsächlich das Auto und seine Wunderfunktionen übernommen, alle anderen Geschichten wurden ziemlich umgebaut. Im Buch ist die Familie Potts eine intakte Familie Vater-Mutter-Mädchen-Junge, während im Film die Kinder mit Vater und Großvater (ein schrulliger Kapitän) aufwachsen. Ohne diese Konstruktion wäre natürlich keine Liebesgeschichte möglich gewesen. Roald Dahl hat sich beim Drehbuch keine Freiheiten versagt.

Mit so vielen Kindheitserinnerungen kann ich mir eine gerechte Beurteilung sowieso nicht anmaßen und verkünde, dass mir der Film besser gefällt als das Buch. Eine Ausnahme.

Reading Challenge: A book that became a movie

Florian Illies – Generation Golf

Golf_(c)_Rainer-Sturm / PIXELIO

Zu Ikea rückt man vorzugsweise paarweise an, um den Anblick der tausend anderen jungen Paare besser zu ertragen, die wahrscheinlich verliebt bis über beide Ohren über die notwendige Matratzengröße debattieren und darüber, ob sie nun das Bett Gutvik kaufen sollen oder doch eher den Narvik. … Wer übrigens wissen möchte, wie junge Generation-Golf-Paare ihre Kinder nennen, muss nur an einem beliebigen Samstag den Lautsprecheransagen eines beliebigen Ikea-Kaufhauses lauschen.

Streng genommen dürfte ich wohl etwas zu jung für die Generation Golf sein, aber da die Generationsgrenzen ja kaum so klar abgegrenzt und abgesteckt sind wie Jahrhunderte und Jahrtausende, gehört mein Jahrgang vermutlich zu den Ausläufern. Aber wer einen Teil seiner Jugend in den 80ern und 90ern verbracht hat, erkennt in jedem Fall so manche Anekdote wieder. Das fängt an bei IKEA und hört auf bei der weiblichen Emanzipation. Dieser Generation verdanken wir die heutige Frauensituation, die zusätzlich zur Hausarbeit und Kindesaufzucht inzwischen oft auch noch die Brötchen verdienen. Aber wir wollen hier nicht zynisch sein.

Mit dem Gesundheitswahn der neunziger Jahre begann der Aufstieg des Wassers zum beliebten Grundbaustein unseres stilistischen Gesamtkunstwerks. … Dann lernten wir, beim Italiener nicht einfach Wasser zum Wein zu bestellen, sondern ganz dezidiert San Pellegrino.

Dieser lustige Wasserkult erinnerte mich hauptsächlich an ein Musical, das vor ein paar Jahren seine Uraufführung bei den Stockerauer Festspielen feierte, Stockerau aber (meines Wissens) niemals verließ. Dazu findet man nicht mal besonders viel im Internet, aber um ehrlich zu sein, möchte ich mir jetzt auch nicht die Mühe machen, den Inhalt nachzuerzählen, es hat sich nicht als großer Wurf erwiesen. Hier eine kurze Erklärung der Musicalzentrale.

Die Suche nach dem Ziel hat sich erledigt.

Das sollte man sich öfter durch den Kopf gehen lassen, egal, welcher Generation man sich zugehörig fühlt.