Neal Stephenson – Cryptonomicon

Fast 1.200 Seiten und jetzt weiß ich nicht, was ich darüber schreiben soll. Eine unglaublich ausführliche Geschichte über mehrere Jahrzehnte, die Kapitel springen zwischen unterschiedlichen Perspektiven in unterschiedlichen Zeitzonen herum, zu Beginn ist es schwierig, den Überblick zu bewahren. Mit der Zeit findet sich die Leserin einfacher zurecht, der Autor verwendet auch leicht unterschiedliche Schreibstile für die unterschiedlichen Personen in ihren vollständig verschiedenen Lebenslagen. Richtige Sympathien haben sich bei mir beim Lesen nicht eingestellt, zu weit weg erschienen mir die abgehobenen Probleme sowohl der Techniker, die zuerst nur mit einer neuartigen Idee schnell reich werden wollen, als auch der Soldaten und Generäle im Krieg, die stets nur die Zerstörung und/oder das Gold im Blick haben.

Auch wenn ich inzwischen der ganzen E-Book-Technologie spektisch gegenüberstehe (wegen der Datenschutz-Probleme), zeigt sich hier ganz deutlich, warum der E-Book-Reader doch eine gute Erfindung war. Einen Papier-Wälzer von 1.200 Seiten kann man beinahe nur in liegender Position lesen.

Ian Rankin – Die Tore der Finsternis

Beer(c)StefanG81/SXC

„Wie hieß noch gleich dieser Song von The Clash?“
„Career Opportunities.“
„Genau. Ich hatte immer das Gefühl, dass es sich für jemand wie mich nicht gehört, The Clash zu mögen: zu alt und unpolitisch.“

Nach einem mehr oder weniger gezielten Teebecherwurf wird Inspektor Rebus ins Ausbildungscamp geschickt, wo er sich mit anderen Kollegen, die sich ebenfalls schlecht benommen haben. Gemeinsam werden sie auf einen ungelösten Fall angesetzt, es stellt sich heraus, dass Rebus bereits mit den mutmaßlichen Beteiligten zu tun hatte. Es entspinnt sich schließlich eine Verbindung zur Mordermittlung, die Rebus im Hauptquartier zurückgebliebene Kollegin Siobhan beschäftigt. Der Maler Edward Marber wurde ermordet und dahinter steckt weit mehr als zu Anfang ersichtlich ist.

Viele gerechtfertigte und ungerechtfertigte Verdächtigungen werden ausgesprochen, die Puzzleteile, aus denen sich das Bild letztendlich zusammensetzt sind äußerst klein und passen erst auf den letzten Seiten zueinander. Wie so oft sind die offensichtlich Unschuldigen letztendlich nicht so unschuldig, wie man denkt.

„Ich dachte, um Sie zu beruhigen, fahre ich mit Ihnen zu Cafferty.“
„Jetzt sofort?“
„Mit ein bisschen Glück erwischen wir ihn zu Hause. Aber ich möchte vorher noch in der Arden Street vorbeifahren, um etwas zu holen. Ach ja, und wir müssen mit Miss Meikle sprechen. Schauen Sie doch bitte nach, ob sie im Telefonbuch steht.
„Jawohl, Boss“, sagte Siobhan, die Bad und Fernsehen in weite Ferne rücken sah.

Foto: Stefan Gustafsson