Bernard Cornwell – Der Flammenträger

Wenn wir jung sind, sehnen wir uns nach dem Kampf. Wir sitzen im Palas um das Feuer und lauschen den Heldenliedern; wie sie ihre Widersacher zu Fall brachten, den Schildwall aufbrachen und ihre Schwerter im Feindesblut badeten. Als Jünglinge lauschen wir dem Geprahle der Krieger, hören ihr Lachen, wenn sie sich die Schlacht ins Gedächtnis rufen, und ihr stolzes Gebrüll, wenn ihr Herr sie an einen schwer errungenen Sieg erinnert.

Sommerzeit, Urlaubszeit und keine Zeit zum Lesen. Zwischen sich in den Juli hinein verlängerndem Arbeitswahnsinn, umfangreichen Urlaubsvorbereitungen und den klausurrelevanten Leseinhalten konnte ich gerade so stückchenweise den neuesten Band der Uthred-Reihe dazwischen quetschen. Auch wenn sich darin wenig Neues findet, enthält dieser Band ein Highlight, auf das die Leser seit Jahren warten. Mehr wird nicht gespoilert.

Das Denken löst sich auf, die Angst regiert, und dann wird der Befehl gerufen, den Schritt zu beschleunigen, und du rennst, stolpernd vielleicht, aber du bleibst in deiner Reihe, denn dies ist der Augenblick, auf den du dich dein Leben lang vorbereitet hast, und dann, zum ersten Mal, hörst du das Donnern, mit dem zwei Schildwälle aufeinandertreffen, das Klirren von Kampfschwertern, und das Schreien beginnt. Um niemals zu enden.