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Elena Favilli, Francesca Cavallo – Cuentos de Buenas Noches para Niñas Rebeldes

CN dieses Buch: Das Buch beschäftigt sich mit Frauen, die gegen schwierige Umstände kämpfen, dazu gehören auch Sklaverei und Rassismus. Es ist alles sehr kindgerecht erzählt, keine grausamen Details.
CN dieser Post: –


Auch wenn ich nicht angeben will: das ist das erste richtige Buch, das ich auf Spanisch gelesen habe. Ein großer Erfolg. Seit nicht ganz zwei Jahren unternehme ich wieder einen Anlauf, Spanisch zu lernen, diesmal mit dem Ziel fließend Spanisch lesen zu können. Bei diesem Blog Post über berühmte Fotografien der Geschichte ist es mir auch schon halbwegs gelungen. Das Buch ist in der Originalsprache Englisch (Good Night Stories for Rebel Girls) und in vielen anderen Sprachen übersetzt erhältlich.

Viele der Frauen, die hier in kurzen Portraits vorgestellt werden, waren mir bereits bekannt (zB die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren, die argentinische Politikerin Evita Perón, die mexikanische Malerin Frida Kahlo), von vielen anderen hatte ich jedoch noch nie in meinem Leben gehört. Die Autorinnen haben sich sehr bemüht, starke Frauen aus unterschiedlichsten Kulturen und Epochen zu finden und damit die oft gehörte Ausrede, es hätte ja gar keine beeindruckenden Frauen in dieser Zeit gegeben zu widerlegen. Neben auf der ganzen Welt bekannten Frauen wie zB Michelle Obama stehen daher Frauen wie Maud Stevens Wagner, die sich als Tätowierkünstlerin einen Namen machte. Viele Frauen und Mädchen haben sich als Sportlerinnen oder Wissenschaftlerinnen in Männerdomänen durchgekämpft. Wieder begegnet bin ich auch Journalistin Nellie Bly, deren Report Zehn Tage im Irrenhaus ich vor einigen Jahren mit großem Interesse gelesen habe.

Aus Neugierde habe ich durchgezählt und festgestellt, dass ich von den 100 vorgestellten Frauen nur 38 schon vorher kannte. Da dürfte also für alle etwas Neues drin sein. Nicht nur zum Vorlesen für rebellische Töchter.

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P. L. Travers – Mary Poppins

Wir sind alle aus dem gleichen Stoff gemacht, vergiß es nicht, wir aus dem Dschungel und ihr aus der Stadt. Wir bestehen aus dem gleichen Stoff – der Baum über uns, der Stein neben uns, der Vogel, das Tier, der Stern – wir alle sind eins und gehen demselben Ende entgegen.

Schon als Kind liebte ich Musicalfilme und neben Tschitti Tschitti Bäng Bäng (wo in der deutschen Übersetzung der feine Wortwitz des Namens der weiblichen Protagonistin Truly Scrumptious leider völlig verloren geht, das hab ich erst Jahre später verstanden) war Mary Poppins auch einer meiner Lieblingsfilme. Daher habe ich das Buch auch aus einem Erbe behalten, daher weiß ich auch ungefähr, dass es schon mindestens 8 Jahre im Regal der ungelesenen Bücher steht.

Beim Lesen erinnerte ich mich dann an die Musicalversion, die im Jahr 2004 in London Premiere feierte und dass in den Kritiken damals zu lesen war, dass diese Musical-Mary-Poppins deutlich düsterer und sperriger wäre als Julie Andrews im Disney-Film von 1964. Das mag von der Gesamtstimmung her näher an der Buchvorlage liegen, denn hier ist Mary Poppins keinesfalls das strenge, aber immer fröhliche Kindermädchen, sondern durchaus launisch, eitel und ungeduldig.

Die Diskrepanz fühlt sich für mich in etwa so an, wie die zwischen der Musicalversion von Wicked und der Buchvorlage Wicked von Gregory Maguire. Die wesentlichen Personen sind großteils vertreten, ihre Geschichten und Eigenschaften werden jedoch im Musical bzw. Film deutlich anders wiedergegeben oder durch Geschichten erweitert, die ein Happy End oder große szenische Auftritte erlauben. Im Buch zu Mary Poppins kommt Bert nur in einer winzigen Rolle als Streichholzmann vor, während Dick Van Dyke als Bert im Film eine wichtige Rolle bei den Ausflügen spielt, die Mary Poppins mit den Kindern unternimmt (ein romantisches Verhältnis zwischen Mary und Bert wird sehr vage angedeutet). Die Mutter von Jane und Michael (und im Buch auch der Zwillinge John und Barbara, die im Film keinen Platz finden) spielt im Buch nur eine winzige Nebenrolle, während sie im Film als kämpferische Suffragette auftritt.

We’re clearly soldiers in petticoats, and dauntless crusaders for women’s a-votes! Though we adore men individually, we agree that as a group they’re rather stupid.

Kürzlich kam in einem Podcast wieder mal das Thema auf, ob zuerst das Buch gelesen oder dann der Film geschaut werden sollte, oder jedenfalls nur das eine oder andere, weil beides zu konsumieren immer zur Enttäuschung führt. Im Hinblick auf Mary Poppins kann ich jetzt sagen, dass die Filmversion einfach derart tief in meiner Kindheit verankert ist, dass ich dem Buch nicht viel abgewinnen konnte.

Randnotiz: Kürzlich habe ich beschlossen, dass dieser Winter die richtige Zeit für A Song of Ice and Fire bzw. Game of Thrones ist. Ich fange demnächst mit dem ersten Buch an und werde mal sehen, ob ich dann auch Lust auf die Serie haben werde. Alternativen wären nämlich auch die Serie, die auf Big Little Lies basiert oder Little Fires Everywhere (wo ich ebenfalls zwischen Buch und Serie wählen kann).