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Erzählung

Volker Kutscher, Kat Menschik (Illustr.) – Moabit

CN: Gewalt, Mord


Volker Kutscher fügt seiner Serie um Kommissar Gereon Rath einige Ergänzungen hinzu, ausgestattet mit Illustrationen von Kat Menschik. Im Mai habe ich bereits Mitte gelesen und dabei auch schon über den Illustrationsstil geschrieben. Hier zeigen die Illustrationen oft zeitgemäße Werbebotschaften zum Beispiel für Kohle Tabletten (sic!), den Magenbitter Kümmerling oder die Juno-Zigaretten, die Charly später in den Büchern rauchen wird.

Die Geschichte wird von drei Personen erzählt: Zuerst kommt der Schränker Adolf Winkler zu Wort, ein Berufsverbrecher vom Ringverein Berolina, der viel auf seine Ganovenehre hält. Eine Zusammenarbeit „mit Zuhältern und Drogenhändlern“ kommt für seinen Ringverein nicht in Frage. Saubere (Ein-)„Brüche, bei denen niemand zu Schaden kommt“, sind das Geschäft der Berolina.

Der Schränker entkommt im Gefängnis nur knapp einem Mordanschlag, er wird in letzter Sekunde gerettet vom Oberaufseher Christian Ritter. Der ist natürlich der Vater von Charlotte Ritter, die in diesem Buch gerade ihr Abitur abgeschlossen hat und fleißig übt, um als Stenotypistin Geld zu verdienen. Außerdem hat sie gerade ihre Freundin Greta kennen gelernt, mit der sie in den späteren Büchern auch zusammenwohnt. Heimlich schlägt sie sich mit ihr in den Tanzlokalen Berlins die Nächte um die Ohren.

Es ist ein Blick in eine Zeit vor den Ereignissen der Rath-Serie, in ein 1927, das noch nicht vom Nationalsozialismus geprägt ist. Und doch wirft das Ende bereits die Schatten voraus, die wir von den Büchern der Rath-Serie bereits kennen.

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Roman

Donna Tartt – Der Distelfink

CN dieses Buch: Terrorismus, Explosion, Tod der Eltern, Drogenmissbrauch, Alkoholmissbrauch, Suizidgedanken, Glücksspiel, Betrug, Depression, Gewalt, Mord, Schusswaffen
CN dieser Post: –


In all dem nach irgendeinem Sinn zu suchen, erscheint unglaublich bizarr. Vielleicht sehe ich ein Muster nur, weil ich zu lange hingestarrt habe. Andererseits, um Boris zu paraphrasieren, vielleicht sehe ich ein Muster, weil es da ist.

Dieses Buch habe ich auf meinem eBook-Reader schon im Weihnachtsurlaub ausgelesen und obwohl ich es irre gut finde, verschwindet es schon langsam aus meiner Erinnerung. Was mich wieder daran erinnert, warum ich diese Posts eigentlich schreibe …

Ein schicksalhafter Nachmittag in einem Museum in New York. Weder der Junge noch die Mutter sollten dort sein, als eine Explosion passiert, die die Leben mehrerer Personen beenden und die der Überlebenden miteinander verweben wird. Im Zentrum steht das Gemälde „Der Distelfink“, das vom jugendlichen Ich-Erzähler im Chaos nach der Explosion aus dem Museum entwendet wird. Fortan bestimmt das versteckte Gemälde (zuerst für zerstört gehalten, später von Expert:innen und Kunstpolizei weltweit gesucht) immer wieder subtil seinen Lebensweg. Seine (mehr oder weniger) zufällig geschaffenen Verbindungen mit der Familie Barbour, die ihn nach der Explosion bei sich aufnimmt; Pippa, die ebenfalls die Explosion überlebt hat; und Hobie, der bei der Explosion seinen langjährigen Geschäftspartner verloren hat, bringen ihn immer wieder nach New York zurück und steuern sein Leben in unterschiedliche Richtungen. Immer begleitet von dem Gedanken an den Distelfink, der seiner Freiheit beraubt ein Gemälde ziert, das nun niemand betrachten kann, weil das Gemälde selbst seiner Freiheit beraubt und versteckt wurde.