Jason Beaird – The Principles of Beautiful Web Design

Wer sich mit Webdesign beschäftigen möchte, ist mit diesem Werk definitiv gut beraten. Auch wer bereits Erfahrung hat, wird bestimmt etwas Neues finden oder etwas aus einem anderen Blickwinkel sehen.

The most important thing to keep in mind is that design is about communication. If you create a web site that works and presents information well, but looks ugly or doesn’t fit with the client’s brand, no one will want to use ist. Similarly, if you make a beautiful web site that isn’t usable and accessible, people may not be able to use ist. 

Jason Beaird erklärt anhand eines Beispiels (der fiktive Kunde Florida Country Tile) den Prozess des Designs einer Webseite und erklärte dabei Schritt für Schritt, welche Elemente dabei zu beachten sind. Struktur, Farbe und Typographie werden dabei genauso behandelt wie das Auswählen der richtigen Fotos.

Natürlich werden viele Punkte nur am Rande gestreift, etwa die Bildbearbeitung bzw. Bildverbesserung, aber dafür gibt es auch genügend andere Literatur, die sich der geneigte Leser im Ernstfall zulegen kann (oder man sucht sich einfach Tutorials im Internet …). 

Good design is about the relationships between the elements involved, and creating a balance between them.

Empfehlenswert auch für Developer, die grundsätzliche Design Principles verstehen wollen oder als Erklärungshilfe für lästige Kunden, warum etwas so oder so sein sollte. Sehr gelungen.

Steve Krug – Don’t make me think

Da möglicherweise tatsächlich ein paar Webprojekte auf der Matte stehen, habe ich mir nochmal Steve Krug aus dem Regal genommen. Eigentlich habe ich es schon vor ein paar Jahren gelesen, aber da ich es bisher im Blog noch nicht behandelt habe, kommt es jetzt mit hinein.

Steve Krug beschreibt auf amüsante Art und Weise die Basics der (Web-)Usability. Der User soll nicht denken müssen. Auf der Basis dieser Grundregel erklärt er alles Weitere, was beim Design von Webseiten beachtet werden soll. Weiters behandelt er Usability Testing und wie man das mit wenig Budget macht. Wenn man nur fünf User testet und das dafür in drei Etappen findet man mehr Fehler oder Probleme, als wenn man einmal 15 User testet. Besser mit irgendjemandem testen (also eventuell auch jemanden außerhalb der Zielgruppe) als gar nicht zu testen.

Das alles beschreibt er amüsant und kurzweilig und spricht dabei auch unangenehme Wahrheiten aus, die man als Webdesigner oder Webdeveloper zwar weiß, aber vielleicht nicht so gerne hört:

Es ist eine Tatsache: Die Leute werden Ihre Webseite nicht benutzen, wenn sie sich darin nicht zurecht finden.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Stefan Wachtel – Schreiben fürs Hören

Schreiben fürs Hören behandelt die Frage, wie man Texte aufbereitet, die nicht gelesen, sondern gehört werden. Dabei geht es nicht nur um Beiträge oder Nachrichten im Radio, sondern genauso ums Fernsehen, denn die Moderationen von Nachrichtenbeiträgen werden trotz des dazugehörigen Bildes des Sprechers in erster Linie über das Hören wahrgenommen. Auch für das neue Medium Podcast können diese Informationen von Vorteil sein, oft genug muss man seine Texte vorformulieren und zumindest Stichworte vorbereiten.

Dabei sind viele Faktoren zu beachten, viele davon sind nicht intuitiv, bei so manchem denkt man sich, ja, eigentlich eh klar, aber beim Überprüfen vergangener eigener Texte merkt man, dass man sich an gerade diese Dinge selten hält.

Wichtig beim Überprüfen eigener Texte sind vor allem die folgenden Fragen:
1. Ist der Stil insgesamt dem Genre angemessen?
2. Wird der Text der voraussichtlichen Hörsituation gerecht? (Sendeplatz, Programm)
3. Ist der Text anschaulich genug für das Hören?
4. An welchen Stellen gibt es Verstehensprobleme?
5. Ist der Text sprechbar?
6. Führt er anschaulich in das Thema ein?
7. Bindet er am Anfang an die Zuhörer- oder Zuschauererwartungen an (außer Nachrichten und evtl. Kurzberichte)?
8. Ist der evtl. Originalton rhetorisch sinnvoll oder nur formal eingesetzt?

Für alle, die sich mit dem Schreiben von Texten für Radio, Fernsehen oder Podcast beschäftigen, kann dieses Buch eine große Hilfestellung sein und auf häufig begangene Fehler aufmerksam machen.

Jeffrey Zeldman – Webdesign mit Webstandards

Wenn ich mit diesem Buch einen Glücksgriff getan habe, dann sollte auch erwähnt sein, dass das Glück nur noch größer sein hätte können, hätte ich es mir auf englisch bestellt (anstatt es spontan im österreichischen Buchgeschäft in deutscher Übersetzung zu kaufen).

“Nebenbei werden in zukünftigen Versionen von XHTML präsentationsbezogene Elemente wie <b> und <i> wahrscheinlich den Weg des Dodo-Vogels gehen.”

In diesem unterhaltsamen Stil beschreibt Zeldman, wie man mit Webstandards designt, warum diese wichtig sind und wie es überhaupt dazu kam und man bekommt sogar einen Eindruck davon, wie es damit in Zukunft weitergehen könnte.

Das Buch ist leicht zu lesen, der Codeanteil beschränkt sich auf ein Minimum, es genügt aber, um ein Verständnis davon zu bekommen, wie man auf diese Weise arbeitet. Was nicht im Buch ist (vermutlich würde es für einen eigenen Wälzer in der Größe reichen), ist, wie man all die Standards mit einem Content Management System umsetzt bzw. welches (Open-Source-)CMS mit Standards umgehen kann.

Als Nächstes steht auf meiner Reise ins Web 2.0-Land dann wohl Jeremy Keith: Dom Scripting und Eric Meyer: Eric Meyer’s CSS auf dem Plan.

Zeldman ist definitiv ein wichtiger Schritt für alle, die ihre Webseiten zugänglich gestalten wollen oder auch nur einen tiefen Einblick in das Thema gewinnen. Ein absoluter Gewinn.

 

Joey Goebel – Vincent

Habe Joey Goebels Roman Freaks im vergangenen Jahr gelesen und fand ihn super, da musste ich mir dann natürlich auch das neue Werk greifen. Und es war ein Glücksgriff. Eine bitterböse Satire auf die Medien- und Unterhaltungsindustrie, wenn auch mit weit mehr amerikanischem Einschlag als in Freaks spürbar war. Der Originaltitel “Torture the Artist” passt außerdem viel besser zur Geschichte, wobei sich natürlich nachvollziehen lässt, dass dafür keine zufriedenstellende Übersetzung gefunden werden konnte, die den potenziellen Leser nicht abschreckt.

Wunderbares Buch, böse und originell, liefert einerseits genau die Unterhaltung, die es verteufelt und andererseits deren Kritik und das in einem Zug. Grandios.

 

Kyra Sänger und Christian Sänger – Das Geheimnis beeindruckender Makrofotos

Ausführlich hab ich gesucht, bevor ich mich für ein Buch zum Thema Makrofotografie entschieden habe, das auch etwas in die Fotografie-Kerbe schlägt, die ich in nächster Zeit weiterzuverfolgen gedenke. Schwierig war die Auswahl, aber da zwei von den vier Büchern mich allein schon beim ersten Blick aufs Layout genervt haben, hab ich mich dann für dieses entschieden, das zwar auch nicht grade mit Struktur und Aufgeräumtheit glänzt, aber immerhin ein breites Spektrum des Themas abbildet.

In den ersten Kapiteln geht es um die Technik, die man benötigt, wie man ein Objektiv auswählt, was ein Stativ können sollte und so weiter. Dabei merkt man ziemlich schnell, dass ein gewisser finanzieller Aufwand erforderlich ist, wenn man ernsthaft in dieser Richtung etwas unternehmen will und damit meine ich über den Erwerb eines geeigneten Objektivs hinaus (das Vorhandensein der Kamera setze ich voraus, da ich selbst schon eine habe und man ohnehin ohne Spiegelreflexkamera gar nicht anzufangen braucht).

In den weiteren Kapiteln werden dann unterschiedliche Motivgruppen besprochen, was gegen Ende schon etwas ins Absurde ausartet, bis hierher werden in der Praxis wohl nur die Wenigsten vordringen, aber vielleicht sind gerade das die spannendsten Fälle. Eine Blume kann schließlich jeder fotografieren, wenn die Wetterverhältnisse passen.

Alles in allem vermittelt das Buch einen umfangreichen Überblick zum Thema Makrofotografie und im weiteren Verlauf meiner Studien werde ich es sicher wieder als Nachschlagewerk zur Hand nehmen.

 

Linda Bellingham – Food Styling for Photographers

Wirklich faszinierend, wenn man sich anschaut, wie man Lebensmittel manipulieren kann. Ich hatte es zwar gelesen, weil ich selbst mal ein bißchen Food Photography ausprobieren möchte und mir ein paar Tipps holen wollte, aber was die mit dem Essen anstellen, ist echt nicht mehr normal.

Regel Nummer 1: Protect the hero food.
Trifft auf alles zu, was irgendwie essbar ist und vor die Linse soll. Im weiteren Produktionsprozess kann es auch zum Schutz der Mitarbeiter sein, wenn die Lebensmittel so behandelt wurden, dass sie nicht mehr genießbar sind. Da wird mit allen möglichen Materialien gezaubert (die meisten muss ich noch im Lexikon nachschlagen, weil mir die englischen Wörter einfach nicht geläufig sind) und ohne Zahnstocher und Holzspieße halten die Konstruktionen sowieso nicht. Und in einem Kuchen steckt dann auch mal Pappe anstatt Creme zwecks besserer Haltbarkeit.

Definitiv auch für Hobbyköche geeignet, die sich fragen, warum ihr schön angerichtetes Essen trotzdem nie so aussieht wie in den Kochbüchern. Tröstet euch. Wenn es so aussähe, könntet ihr es nicht mehr essen.

 

Florence Maurice – Web 2.0-Praxis: AJAX, Newsfeeds, Blogs, Microformats

Obwohl ich von der Markt&Technik-Reihe nicht das Beste gehört habe, habe ich mich bei meinen Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema Web 2.0 für dieses Buch entschieden.

Die Einführung zum Thema ist ganz brauchbar, wenn man vorher gar keine Ahnung hat, weiß man nachher einiges mehr, wenn man schon ein bißchen eine Vorstellung hat, gibt es nicht besonders viel Neues.

In den einzelnen Kapiteln erklärt die Autorin einfach und halbwegs witzig geschrieben einzelne Aspekte des Web 2.0 wie Blogs, Podcasting und AJAX. Mit den Programmierbeispielen kann man eher nur etwas anfangen, wenn man bereits Ahnung davon hat, allerdings sind sie für diese Leser dann auch eher ermüdend, weil jeder winzige Aspekt erklärt ist. Da das Buch mit drei von fünf Punkten für Fortgeschrittene gedacht ist, stellt sich ernsthaft die Frage, wie man das einem Einsteiger erklären würde.

Auf der beigeschlossenen CD findet sich allerhand Software, die man zum Testen der beschriebenen Beispiele benötigt, allerdings nur als Windows bzw. Linux-Versionen, Mac-User fallen komplett unter den Tisch. (Vielleicht darf ich die Annahme äußern, dass die Autorin vermutet, Mac-User könnten sich ohnehin selbst helfen?). Da das Buch jedoch im Frühjahr 2007 fertiggestellt wurde, dürften die Programme ohnehin nicht mehr aktuell sein, was die CD ziemlich wertlos macht (man sie aber zweifellos mitbezahlt).

Im Großen und Ganzen interessante Bearbeitung des Themas, jedoch eher für Einsteiger als für Fortgeschrittene. Für meine Recherchen hat es nicht besonders viel genutzt, ich werde anderswo weitersuchen.

 

David Skopec – Layout digital

Layout digital beschreibt grundlegende Layoutprinzipien speziell für den Bildschirm, also für Anwendungen bzw. Websites. Dabei beleuchtet er grundlegende Layoutprinzipien, die dem “experienced graphics designer” kaum etwas Neues erzählen.

Interessant ist jedoch – wie passend – das Layout des Buches selbst. Wenn auch teils etwas unübersichtlich, so sind doch die Designbeispiele inspirierend und können gerne als Inspirationsreferenz dienen. Allein zu diesem Zwecke werde ich in dieses Buch sicher noch öfter hineinschauen.