Peter Morville & Louis Rosenfeld – Information Architecture for the World Wide Web

Were you expecting a single definition? Something short and sweet? A few words that succinctly capture the essence and expanse of the field of information architecture? Keep dreaming!

Auf eine Art und Weise war dieses Buch schon outdated, als ich es vor Jahren bestellte und ins Regal stellte. Wenn man sich heute die 2007 zuletzt aktualisierten Screenshots anschaut, kann man herzlich darüber schmunzeln. Doch viele der verbreiteten Weisheiten sind nach wie vor gültig und sollte sich so mancher, der im Web zu tun hat, hinter die Ohren schreiben.

Das Buch beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Aspekten von Informationsarchitekturen und geht dabei weit über die oft gehypten Begriffe Usability oder User Experience hinaus. Es beschreibt umfangreich die Wichtigkeit von funktionalen Organisations-, Labeling- und Navigationssystemen. Auch Metadaten und Suchsysteme bilden wichtige Kapitel im gesamten Kosmos.

Bis auf die letzten Kapitel (zwei tatsächlich nicht mehr ganz taufrische Beispiele aus der Praxis) habe ich alle Kapitel mit Interesse gelesen und wurde immer wieder überrascht, wie aktuell und allgemeingültig die Erkenntnisse zu den unterschiedlichen Web-relevanten Themen sind. Auch wenn sich das Web täglich verändert und erneuert, ändern sich die Menschen, die es benutzen, nicht in demselben Tempo. Für einen Basisüberblick über Webarchitekturen und deren Bestandteile ist dieses Buch nach wie vor ein guter Tipp.

Jason Beaird – The Principles of Beautiful Web Design

Wer sich mit Webdesign beschäftigen möchte, ist mit diesem Werk definitiv gut beraten. Auch wer bereits Erfahrung hat, wird bestimmt etwas Neues finden oder etwas aus einem anderen Blickwinkel sehen.

The most important thing to keep in mind is that design is about communication. If you create a web site that works and presents information well, but looks ugly or doesn’t fit with the client’s brand, no one will want to use ist. Similarly, if you make a beautiful web site that isn’t usable and accessible, people may not be able to use ist. 

Jason Beaird erklärt anhand eines Beispiels (der fiktive Kunde Florida Country Tile) den Prozess des Designs einer Webseite und erklärte dabei Schritt für Schritt, welche Elemente dabei zu beachten sind. Struktur, Farbe und Typographie werden dabei genauso behandelt wie das Auswählen der richtigen Fotos.

Natürlich werden viele Punkte nur am Rande gestreift, etwa die Bildbearbeitung bzw. Bildverbesserung, aber dafür gibt es auch genügend andere Literatur, die sich der geneigte Leser im Ernstfall zulegen kann (oder man sucht sich einfach Tutorials im Internet …). 

Good design is about the relationships between the elements involved, and creating a balance between them.

Empfehlenswert auch für Developer, die grundsätzliche Design Principles verstehen wollen oder als Erklärungshilfe für lästige Kunden, warum etwas so oder so sein sollte. Sehr gelungen.

Steve Krug – Don’t make me think

Da möglicherweise tatsächlich ein paar Webprojekte auf der Matte stehen, habe ich mir nochmal Steve Krug aus dem Regal genommen. Eigentlich habe ich es schon vor ein paar Jahren gelesen, aber da ich es bisher im Blog noch nicht behandelt habe, kommt es jetzt mit hinein.

Steve Krug beschreibt auf amüsante Art und Weise die Basics der (Web-)Usability. Der User soll nicht denken müssen. Auf der Basis dieser Grundregel erklärt er alles Weitere, was beim Design von Webseiten beachtet werden soll. Weiters behandelt er Usability Testing und wie man das mit wenig Budget macht. Wenn man nur fünf User testet und das dafür in drei Etappen findet man mehr Fehler oder Probleme, als wenn man einmal 15 User testet. Besser mit irgendjemandem testen (also eventuell auch jemanden außerhalb der Zielgruppe) als gar nicht zu testen.

Das alles beschreibt er amüsant und kurzweilig und spricht dabei auch unangenehme Wahrheiten aus, die man als Webdesigner oder Webdeveloper zwar weiß, aber vielleicht nicht so gerne hört:

Es ist eine Tatsache: Die Leute werden Ihre Webseite nicht benutzen, wenn sie sich darin nicht zurecht finden.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Jeffrey Zeldman – Webdesign mit Webstandards

Wenn ich mit diesem Buch einen Glücksgriff getan habe, dann sollte auch erwähnt sein, dass das Glück nur noch größer sein hätte können, hätte ich es mir auf englisch bestellt (anstatt es spontan im österreichischen Buchgeschäft in deutscher Übersetzung zu kaufen).

“Nebenbei werden in zukünftigen Versionen von XHTML präsentationsbezogene Elemente wie <b> und <i> wahrscheinlich den Weg des Dodo-Vogels gehen.”

In diesem unterhaltsamen Stil beschreibt Zeldman, wie man mit Webstandards designt, warum diese wichtig sind und wie es überhaupt dazu kam und man bekommt sogar einen Eindruck davon, wie es damit in Zukunft weitergehen könnte.

Das Buch ist leicht zu lesen, der Codeanteil beschränkt sich auf ein Minimum, es genügt aber, um ein Verständnis davon zu bekommen, wie man auf diese Weise arbeitet. Was nicht im Buch ist (vermutlich würde es für einen eigenen Wälzer in der Größe reichen), ist, wie man all die Standards mit einem Content Management System umsetzt bzw. welches (Open-Source-)CMS mit Standards umgehen kann.

Als Nächstes steht auf meiner Reise ins Web 2.0-Land dann wohl Jeremy Keith: Dom Scripting und Eric Meyer: Eric Meyer’s CSS auf dem Plan.

Zeldman ist definitiv ein wichtiger Schritt für alle, die ihre Webseiten zugänglich gestalten wollen oder auch nur einen tiefen Einblick in das Thema gewinnen. Ein absoluter Gewinn.

 

Angie Radtke, Dr. Michael Charlier – Barrierefreies Webdesign

Nächster Versuch meines Projekts zur Wissenserweiterung über das Internet. Dieser übersichtliche Addison-Wesley-Band beschreibt die Grundprinzipien der Accessibility anhand der Standards WCAG und BITV (deutsche Gesetze zum Thema Barrierefreiheit). Das Buch richtet sich sowohl an Webentwickler als auch an Webseitenbetreiber, die sich über das Thema informieren möchten.

Webseitenbetreiber werden mit den beiliegenden Codebeispielen wohl eher wenig anfangen können, jedoch sind diese in einem Umfang gehalten, der dem Webentwickler einen Anhaltspunkt verleiht (die Umsetzung für das jeweilige Projekt wird sowieso umfassendere Recherchen im Internet erfordern) aber den Webseitenbetreiber nicht nervt. 

Nach der theoretischen Erläuterung des Themas widmen sich die Autoren dem fiktiven Webauftritt des fiktiven Städtchens Bad Seendorf, den sie zuerst mit umfangreichen Barrieren gestalten, um diese dann zu verbessern und letztendlich in einem Redesign nach Möglichkeit auszumerzen. Dieser Ansatz scheint vernünftig, da ein komplettes Redesign einer Seite oft nicht möglich ist und auch mit behutsamen Änderungen signifikante Verbesserungen erreicht werden können (zumindest wenn die Ausgangsseite so schlecht ist wie Bad Seendorf).

Als Einstieg in das Thema eignet sich das Buch bestens, unbefriedigend ist jedoch das letzte Kapitel zum Thema Content Management. Die Autorin arbeitet selbst am CMS Joomla mit und zeigt hier natürlich eine deutlich (aber immerhin offen) parteiische Meinung. Hier wäre eine ausführlichere und unabhängige Behandlung wünschenswert gewesen.

Florence Maurice – Web 2.0-Praxis: AJAX, Newsfeeds, Blogs, Microformats

Obwohl ich von der Markt&Technik-Reihe nicht das Beste gehört habe, habe ich mich bei meinen Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema Web 2.0 für dieses Buch entschieden.

Die Einführung zum Thema ist ganz brauchbar, wenn man vorher gar keine Ahnung hat, weiß man nachher einiges mehr, wenn man schon ein bißchen eine Vorstellung hat, gibt es nicht besonders viel Neues.

In den einzelnen Kapiteln erklärt die Autorin einfach und halbwegs witzig geschrieben einzelne Aspekte des Web 2.0 wie Blogs, Podcasting und AJAX. Mit den Programmierbeispielen kann man eher nur etwas anfangen, wenn man bereits Ahnung davon hat, allerdings sind sie für diese Leser dann auch eher ermüdend, weil jeder winzige Aspekt erklärt ist. Da das Buch mit drei von fünf Punkten für Fortgeschrittene gedacht ist, stellt sich ernsthaft die Frage, wie man das einem Einsteiger erklären würde.

Auf der beigeschlossenen CD findet sich allerhand Software, die man zum Testen der beschriebenen Beispiele benötigt, allerdings nur als Windows bzw. Linux-Versionen, Mac-User fallen komplett unter den Tisch. (Vielleicht darf ich die Annahme äußern, dass die Autorin vermutet, Mac-User könnten sich ohnehin selbst helfen?). Da das Buch jedoch im Frühjahr 2007 fertiggestellt wurde, dürften die Programme ohnehin nicht mehr aktuell sein, was die CD ziemlich wertlos macht (man sie aber zweifellos mitbezahlt).

Im Großen und Ganzen interessante Bearbeitung des Themas, jedoch eher für Einsteiger als für Fortgeschrittene. Für meine Recherchen hat es nicht besonders viel genutzt, ich werde anderswo weitersuchen.