Daniel Graefen – Farbmanagement

Mit Farbmanagement beschäftige ich mich in meiner täglichen Arbeit als Grafikerin natürlich immer wieder. Die Arbeit an verschiedenen Objekten, die auf unterschiedlichem Papier mit unterschiedlichen Druckmethoden aufs Papier gebracht werden, macht das ständige Wechseln der Farbprofile notwendig. Ein durchgängiges Farbmanagement ist da beinahe unmöglich, das Vermeiden von Fehlern erfordert höchste Aufmerksamkeit.

Da erhoffte ich mir von diesem Buch etwas Einblick in die theoretische Welt der Farbprofile mit der Möglichkeit, den eigenen Workflow anhand dieser gewonnenen Informationen verbessern zu können. Dass diese Hoffnung nicht erfüllt werden konnte, ist jedoch nicht in erster Linie Daniel Graefen anzulasten. Er bemüht sich redlich, anhand der in der Grafikbranche üblichen Programme die Techniken zu verdeutlichen, mit denen der Workflow möglichst farbecht gestaltet werden kann. Schwierig macht es natürlich die ständig fortschreitende Entwicklung der Programme. Das Buch basiert auf Adobe CS2 und den anderen damals gängigen Programmen (auch XPress und Freehand werden besprochen). Da hat sich bis zur heutigen CS4 schon so einiges geändert.

Weiters konnte ich einfach nicht viel Neues finden, neue Erkenntnisse zu erwarten, wenn man seit fast zehn Jahren in dieser Branche arbeitet, war wohl einfach zu viel verlangt. So manches Kapitel würde ich hingegen gerne den Leuten zum Lesen geben, mit denen ich in der Branche oft zusammenarbeiten muss. Viele verstehen selbst nach mehrmaligem Erklären den Unterschied zwischen RGB und CMYK nicht und das kann für den Grafiker/die Grafikerin zum wiederkehrenden Ärgernis werden. Für diese Laien greift das Buch jedoch viel zu weit. Es stellt sich also die Frage, für wen das Buch eigentlich gedacht war. Des Weiteren lässt sich wohl das meiste zum Thema mit ein wenig Recherchearbeit aus dem Internet lernen. Daher bleibt nichts anderes übrig, als dieses Werk in die Kategorie „Verzichtbar“ einzuordnen.

Roger Penrose – Computerdenken

Der Mathematiker erfindet nicht, er findet. Sicher muss er, wenn er kreativ ist, auch sehr viel erfinden. Er muss sinnvolle Fragen ersinnen, er muss ein geeignetes begriffliches und methodisches Instrumentarium entwickeln, und er muss geschickte Premissen formulieren. (Dieter Wandschneider im Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe)

Wer sich nach dieser Einleitung fragt, was dass den eigentlich nun mit Computern zu tun hat, liegt vollkommen richtig. Vielmehr begibt sich Roger Penrose in seinem Werk auf den Spuren von Douglas Hofstaedter auf eine Reise durch Mathematik, Physik und andere Gebiete der Wissenschaft um im letzten Kapitel scheinbar losgelöst auf die Frage des menschlichen Bewusstseins zurückzukommen.

Wie ich schon bei der Lektüre von Gödel, Escher, Bach feststellen musste, fällt es mir als Nicht-Mathematiker schwer, die komplizierten Formeln zu verstehen, mit denen sich die Experten so gern auseinandersetzen. Penrose betont in seinen Ausführungen immer wieder, dass der Leser, der sich mit den vielen Gleichungen nicht so wohl fühlt, diese einfach überspringen möge. Ich meine mich zu erinnern, dass er irgendwo auch meinte (leider kann ich die Stelle nicht mehr finden), dass die Gleichungen zum Verständnis der Theorien nicht unbedingt notwendig seien. Dann stellt sich jedoch die Frage, warum er sie überhaupt einschließt. Mir kam eher der Gedanke, dass es möglicherweise zum Verständnis beitrüge, wenn Penrose sich hin und wieder mal die Mühe gemacht hätte, die Variablen in seinen Gleichungen durch tatsächliche Werte zu ersetzen, um zu erklären, was die Ergebnisse eigentlich aussagen. Nur durch Variablen lässt sich einem Nicht-Mathematiker kaum Verständnis für die komplizierten Theorien einhämmern.

Demnach würde jede Möglichkeit in irgendeiner riesigen Superposition koexistieren. Das ist gewiss kein besonders sparsames Modell; aber meine eigenen Einwände dagegen entspringen nicht seinem Mangel an Ökonomie. Insbesondere sehe ich nicht ein, warum ein bewusstes Wesen nur „eine“ der Alternativen in einer linearen Superposition wahrnehmen soll. Welcher Wesenszug des Bewusstseins verbietet, dass man sich jener qualvollen Linearkombination einer toten und einer lebenden Katze „bewusst“ sein kann?

In einem ausgedehnten Kapitel, das Penrose bewusst „Quantenmagie und Quantengeheimnis“ betitelt, befasst er sich mit den unterschiedlichen Existenzformen des Universums und natürlich in diesem Zusammenhang mit Schrödingers Katze. Hier scheint es ihm ausnahmsweise zu gelingen, das grundsätzliche Konzept des Experiments zu verdeutlichen, wenn auch die Ergebnisse etwas vage bleiben, weil es schlicht zu viele unbeantwortete Fragen zu diesem Thema gibt.

In den letzten Kapiteln beschäftigt sich Penrose dann mit dem menschlichen Gehirn. Wie sind unsere Gehirne aufgebaut, wie funktionieren Nervensignale? Manche Experimente lassen es einem kalt den Rücken herunterlaufen: Bei so genannten „Split-Brain-Experimenten“ wurde Probanden der Balken durchtrennt, sodass die rechte und linke Gehirnhälfte nicht mehr miteinander kommunizieren konnten. Dies wurde damals als Versuch der Therapie einer sehr schweren Epilepsie betrachtet. Penrose wirft in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob diese zwei getrennten Gehirnhälften nun unterschiedliches Bewusstsein haben. Die ausführliche Diskussion dieses Themas findet sich ab Seite 374.

In den frühen Siebzigerjahren tauchte in der wissenschaftlichen Literatur die Behauptung auf, man habe in der Sehrinde eines Affen eine Zelle entdeckt, die nur reagiere, wenn auf der Netzhaut das Bild eines Gesichts registriert werde. Aufgrund solcher Informationen wurde die „Großmutter-Zellen-Hypothese“ formuliert: Demnach sollte es bestimmte Zellen im Gehirn geben, die nur ansprechen, wenn die Großmutter der Versuchsperson ins Zimmer tritt!

Aus heutiger Sicht gesehen kann – bewusst provokativ formuliert – auch diese „Großmutter-Zellen-Hypothese“ nichts mehr über Bewusstsein aussagen. Die Gesichtserkennung in iPhoto mag Menschen mit schlechtem Personengedächtnis schon heute überlegen sein. Spannend ist in dieser Hinsicht auch die damalige Annahme, noch zu entwickelnde „Parallelcomputer“ würden in der Lage sein, das menschliche Gehirn in seiner Gesamtheit abzubilden. 20 Jahre später haben Computer mit dieser Fähigkeit noch nicht das Licht erblickt und das obwohl wir inzwischen über QuadCore-Prozessoren verfügen und die Entwicklung in diesem Bereich stetig voranschreitet.

Ich möchte auf ein Problem zurückkommen, das in diesem Buch über weite Strecken ein Grundthema bildet. Reicht unser Bild einer Welt, die den Regeln der klassischen Physik und der Quantentheorie gehorcht – und zwar so, wie diese Regeln gegenwärtig verstanden werden –, wirklich aus, das Gehirn und den Geist zu beschreiben?

Erst auf den letzten Seiten lässt sich erkennen, welchen Zusammenhang Penrose tatsächlich zwischen all diesen Gebieten der Wissenschaft, denen er sich im Laufe seines Werkes zuwendet, sieht. Um den geneigten Leser auf Kurs zu halten, wären ausführlichere Überleitungen zwischen den Kapiteln sinnvoll gewesen. Wie bereits oben erwähnt, wandelt Penrose sichtlich in Hofstaedters Fußstapfen, es fehlt ihm aber die Leichtigkeit und der Humor, mit der Hofstaedter seine Themen zu würzen weiß. Eine Beschäftigung mit Penroses Werk möchte ich also nur all jenen ans Herz legen, die tatsächlich ein wissenschaftliches Interesse an den besprochenen Themen haben und auch mit trockenem Lesestoff ihre lange Freude haben.

Rocko Schamoni – Dorfpunks

Wir waren auf dem Weg zur anderen Seite. Fort von den geraden Pfaden, Schule, Sportverein, Tanzstunde, hin zu dem Gefühl, anders zu sein als die meisten anderen. Warum wir so waren, fragten wir uns nicht. In uns klafften wachsende Löcher, eine bodenlose Leere breitete sich aus, das Fehlen der kindlichen Geborgenheit, aufkeimende Sexualität und die absolute Ahnungslosigkeit über die eigene Identität erzeugten eine schmerzhafte Säure aus Langeweile, Angst und Ablehnung, die durch unsere Adern floss.

Mit steigendem Alter erinnert sich jeder gerne in verklärter Weise an seine Jugend. Unangenehme Erinnerungen werden verdrängt oder glorifiziert. Aus einem Konzert vor Freunden und Bekannten, das in einer großen Zerstörung endet, wird in der Erinnerung der glanzvollste Abend der Jugend.

„Dorfpunks“ ist genau das: eine glorifizierende Erinnerung. Der Leser darf sich bei den amüsanten Teenagergeschichten an seine eigene Jugend erinnern. An die eigenen Fehler, an wilde Partys, bunte Haare und Stylingdesaster. An Konzerte in Bruchbuden, die ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht und schließlich das Gefühl, dass die Jugend langsam vorbei geht.

Mit alldem machten wir uns lustig über die Erwachsenenwelt, Musikantenstadl, Hitparade, Schlager, Mainstream, Starverehrung. Wir waren keine Stars, wir waren gute Freunde mit neuen Ideen füreinander. Wir äfften die hässliche Welt nach, wir waren Müllsammler und recycelten die Splitter ihrer geborstenen Oberfläche.

Über all diesen Geschichten aus einer Jugend auf dem Dorf in Norddeutschland schwebt stets das Wissen, dass dieses Jugendleben ein Ablaufdatum hat. Lange bevor in den letzten Kapiteln schließlich die Freunde sesshaft werden und sich paarweise zurückziehen, weiß jeder, der dieses Alter hinter sich hat, dass diese Zeit schneller vorbeigehen wird, als es einem lieb ist. Wie schnell die Jugend vorbei ist, merkt man erst, wenn sie dann vorbei ist. Aber dann bleibt einem immer noch die glorifizierende Erinnerung. Manche packen sie in ein Fotoalbum, andere in einen Roman, der nicht nur Punk sondern auch die Erinnerung an sich glorifiziert.

Ambrose Bierce – Bittere Stories

Die Geschichten in diesem Band beschäftigen sich hauptsächlich mit Erfahrungen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Ambrose Bierce wurde als Freiwilliger in der Unionsarmee mehrmals verwundet und verarbeitete diese Erfahrungen in seinen Geschichten.

Gemeinsam ist seinen Stories, dass sie stets mit einer überraschenden Wendung enden. Es erstaunt immer wieder aufs Neue, wie es Bierce gelingt, stets in den letzten Sätzen – manchmal sogar in den letzten Worten – das Ruder herumzureißen. Trotz des Schwerpunkts auf dem amerikanischen Bürgerkrieg sind mir zwei andere Geschichten ins Auge gestochen, speziell eine zum Thema Schachcomputer. Dass sich Bierce bereits vor über 100 Jahren mit diesem Thema auseinandersetzte, erscheint überraschend und bemerkenswert.

Ich wollte Sie auf Folgendes aufmerksam machen: Spencers Definition vom ,Leben’ schließt die Tätigkeit einer Maschine mit ein – die Definition sagt nichts, was dem entgegenstände. Wenn der Mensch – gemäß diesem scharfsinnigsten aller Beobachter und tiefgründigsten aller Denker – in der Zeit seiner Wirksamkeit lebt, dann lebt auch eine Maschine, solange sie in Gang ist. Als Erfinder und Konstrukteur von Maschinen weiß ich, dass das wahr ist.

Darin beschäftigt sich Bierce mit der Frage, ob Computer Bewusstsein haben. Das passt hervorragend zu Computerdenken, dass sich ebenfalls mit der Frage des Bewusstseins beschäftigt. In Bierce’ Geschichte „Stärker als Moxon“ erweist sich der Schachcomputer schließlich als stärker, dies jedoch wie oben bereits erwähnt, in anderer Weise als erwartet.

Unheimliche Anekdote: Eine weitere Geschichte beschäftigt sich mit einem unsichtbaren Mörder, der sich im wilden Hafer versteckt. Am Abend, als ich diese Geschichte gelesen habe, gab’s im Fernsehen Hollow Man Teil I + II.

Einen Augenblick lang stand ich unentschlossen da, dann warf ich mein Gewehr weg und stürzte meinem Freund zu Hilfe. Ich hatte den unbestimmten Eindruck, dass er von einem Anfall oder einer Art von Krämpfen befallen war. Bevor ich ihn erreichen konnte, lag er am Boden und war verstummt. Kein Geräusch war mehr zu hören, aber jetzt sag ich mit einem Gefühl des Entsetzens, das mir nicht einmal das schreckliche Geschehen eingeflößt hatte, abermals die mysteriöse Bewegung des wilden Hafers, die sich von dem niedergetretenen Fleck um den am Boden Liegenden aus in Richtung auf den Waldrand hinzog.

Helma Spona – Das optimale Heim-Fotostudio

Diese Rezension möchte ich ausnahmsweise nicht mit einem speziell ausgesuchten Symbolfoto illustrieren, sondern mit der Beschreibung der bisherigen Arbeiten an meinem eigenen Fotostudio.

Mit der Renovierung des entsprechenden Zimmers habe ich bereits vor über einem Jahr begonnen. Erster Schritt war die Entsorgung der im Zimmer noch vorhandenen Möbel. Da die schon einige Jahre auf dem Buckel hatten und großteils mit Pickerln und Postern verziert haben, hatte ich mich dazu entschlossen, alles zu entsorgen. Da das Zimmer im ersten Stock liegt und auf unseren Hof schaut, konnte ich die Einzelteile der Möbel durchs Fenster entsorgen. Den auf dem Gras entstandenen Müllberg sieht man auf dem entsprechenden Foto, das vom Fenster des Zimmers aufgenommen wurde.

Im leeren Raum musste im nächsten Schritt der Boden abgeklebt werden. Einige Risse und Löcher bzw. lockere Stellen in der Farbe musste ich neu verspachteln, dabei wurde eine nicht unerhebliche Menge Innen-Spachtelmasse verbraucht. Das Verspachteln konnte ich im vergangenen Frühling dann nicht mehr fertigstellen, an dieser also sehr frühen Stelle im Renovierungsprozess ging es dann in eine etwa halbjährige Pause, bevor ich vor zwei Monaten wieder anfing, im Studio zu arbeiten.

Das Verspachteln und anschließende Ausmalen hat dann einige Zeit in Anspruch genommen. Immer wieder trocknen lassen zwischen den Anstrichen. Der Raum ist doch nicht so klein, wie er aussieht und das Anstreichen der Decke ist sehr anstrengend, wie jeder weiß, der das schon mal gemacht hat. Aber letztendlich war auch der dritte weiße Anstrich an den Wänden getrocknet und von der ehemals blauen und rosafarbenen Wandfarbe nichts mehr zu sehen.

Kurz vor Weihnachten habe ich dann bei Foto Müller nach ausführlicher Recherche ein Set aus zwei Studioblitzen gekauft, die Liefergeschwindigkeit war angesichts der Weihnachtsfeiertage sehr beachtlich. Der Aufbau gestaltete sich recht einfach, die Lichtstative waren schnell aufgestellt und die Blitzgeräte in Kürze betriebsbereit. Da ich mit dem geplanten Hintergrundsystem noch nicht soweit bin, wollte ich die Blitzgeräte erstmal mit einem improvisierten Aufnahmetisch ausprobieren. Natürlich müsste der Stoff faltenfrei gespannt werden, aber das stellte sich nicht als das Hauptproblem heraus.

Die von mir erworbenen Elinchrom Blitzgeräte können entweder durch Synchronisierung mit der Kamera, Infrarotsignale oder durch Lichtveränderung, die durch die Photozelle des Blitzes registriert wird, ausgelöst werden. Ein Synchronkabel ist beigelegt, jedoch verfügt meine EOS 400D nicht über den entsprechenden Anschluss. In dieser ersten Versuchsanordnung stellte ich dann fest, dass das Auslösen der Studioblitzgeräte durch den Kamerablitz bei einer solchen Versuchsanordnung nicht funktioniert. Die Kamera – und damit der Kamerablitz – ist so nah am Objekt, dass der Kamerablitz die komplette Ausleuchtung zunichte macht. Harte Schatten sind die Folge. Auch den nicht straff gespannten Hintergrund kann man deutlich auf diesem Foto sehen.

Aus diesen ersten Versuchen an den Weihnachtsfeiertagen konnte ich so einiges lernen. Weitere Anschaffungen für mein größeres Hintergrundsystem habe ich bereits getätigt, der Aufbau ist geplant und soll demnächst stattfinden. Für den Aufnahmetisch möchte ich statt Stoff weißen oder farbigen Karton verwenden. Für diese Objekte sollte ausreichend großer Karton zu bekommen sein. Für das große Hintergrundsystem für die Personenfotografie möchte ich den von allen Quellen empfohlenen Bühnen-Molton anschaffen, ich habe mich jedoch noch nicht für eine Farbe entschieden. Da ich zuerst nur eine Farbe kaufen möchte, um auszuprobieren, ob mein Hintergrundsystem auch trägt, tendiere ich zu Hellgrau.

Zum Auslösen der Studioblitze muss ich eine weitere Anschaffung tätigen, wo ebenfalls noch eine Entscheidung aussteht. Für die EOS 400 D gibt es einen Anschluss für den Blitzschuh, mit dem sich die Studioblitze synchronisieren lassen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Infrarot-Auslöser, der ebenfalls auf den Blitzschuh aufgesteckt wird. Man könnte die Studioblitze aber auch mit einem aufsteckbaren Blitzgerät auslösen, diesen richtet man dann an die Decke. Das reflektierte Licht reicht aus, um die Studioblitzgeräte auszulösen, verursacht aber als diffuse Reflexion keine harten Schatten. Das hätte natürlich den Vorteil, dass der Aufsteckblitz auch für andere Tätigkeiten geeignet ist, natürlich ist dieser aber deutlich teurer als beispielsweise der Infrarotauslöser.

Nun aber endlich zu Helma Sponas Buch: Der in den vergangenen Jahren aufgekommene Trend zu Internet-Fotoagenturen hat viele Hobbyfotografen ans Licht gelockt, die ihre (vermeintlichen) Kenntnisse und großartigen Bilder nun mit der Welt teilen möchten. Wie ich selbst feststellen durfte, ist hier jedoch die Luft schon sehr dünn geworden. Große Fotoagenturen wie etwa Fotolia geben klare Anweisungen, welche Motive erwünscht sind und welche Kriterien diese zu erfüllen haben. Mit Bildern von Blumen etwa und seien sie noch so schön, hat man keine Chance mehr, auch nur in den Katalog aufgenommen zu werden.

Da kann natürlich ein eigenes Heim-Fotostudio von Vorteil sein. Durch geeignete Ausrüstung lassen sich viele Bilder verwirklichen, die anders nicht möglich wären. Helma Spona hat diesen Trend erkannt und bietet mit ihrer Zusammenfassung einen guten Leitfaden für die Planung des eigenen Fotostudios. Ihre Tipps beginnen bereits bei der Wahl der geeigneten Kamera und der entsprechenden Objektive. Ihrem Tipp, dass professionelle Fotos auch mit einer normalen Kompaktkamera möglich sind, stimme ich nicht zu, das wird jedoch jeder selbst schnell herausfinden, der es versucht. Mit Witz und Humor gibt sie Tipps für unterschiedliche Aufnahmesituationen:

Bei solchen Aufnahmen ist aber Vorsicht geboten, denn bei einem Abstand von ca. 5 cm zur Schnauze des Hundes kann das schnell ins Auge gehen. Wenn der Hund hochspringt, um ein Küsschen zu geben, knallt er Ihnen die Kamera vor Ihr Auge.

Übersichtliche Checklisten erleichtern das Anschaffen des richtigen Equipments für unterschiedliche Aufnahmesituationen. Helma Spona hat ein Standardwerk erschaffen, dass allen interessierten Hobbyfotografen den Weg zu besseren und spannenderen Fotos erleichtern kann. Natürlich kann es nur eine Richtung vorgeben, dies funktioniert aber bestens und ich werde demnächst mit der Umsetzung Ihrer Tipps in meinem eigenen Studio beginnen.

Johann Prossliner – Nietzsches Zarathustra

Nietzsche macht einen „ziemlich genauen architektonischen Überschlag des Ganzen“ (und verrechnet sich dabei nicht), aber an seiner inneren Debatte und das Zarathustra-Gebilde lässt er niemanden teilnehmen. Am Ende wird er seinen Zarathustra gewissermaßen heilig sprechen, um mit dieser inneren Debatte Schluss zu machen und das Werk seinen eigenen Zweifeln zu entziehen.

Die Reihe „Meisterwerke kurz und bündig“ des Piper Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen „Überblick“ über die behandelten Literaturwerke zu geben. „Auf einen Blick erfährt man alles Wissenswerte über herausragende Werke der Literatur, Musik und Kunst.“ Ein ambitioniertes Vorhaben, das Johann Prossliner mit Nietzsches Zarathustra nach meiner Ansicht nur spärlich gelingt.

Sein Ansatz besteht darin, erst die Entstehung des Werkes und dessen Inhalte zu analysieren. Dabei beschränkt er sich jedoch in erster Linie darauf, zu erklären, warum dieses Werk sich von allen anderen Werken Nietzsches abhebt, sozusagen eine Singularität darstellt. Einerseits versucht er, dem Leser das Werk schmackhaft zu machen, andererseits weist er immer wieder darauf hin, dass es ein schwieriges Werk ist und mit welchen Problemen sich der Leser konfrontiert sehen wird.

Es folgt eine lange Auflistung von Ausschnitten aus dem „Zarathustra“. Diese werden jedoch schlicht aneinandergereiht, ohne einen Zusammenhang, ohne Erklärung, welche Motive durch die Ausschnitte dargestellt werden sollen. Das trägt nicht unbedingt zum besseren Verständnis bei. Zum Abschluss ergänzt Prossliner mit Ausschnitten aus dem Briefverkehr Nietzsches zum Thema Zarathustra. Damit illustriert er die zwiegespaltene Einstellung von Nietzsche selbst zu diesem Werk, bleibt aber auch hier eine zusammenfassende Erklärung schuldig.

Wer sich mit Nietzsches Werk tatsächlich auseinandersetzen will, findet in diesem Buch bestenfalls eine Anregung. Als Hilfe zum Verständnis kann es leider nicht dienen. Der direkte Griff zu Nietzsches Werk oder anderer Literatur zu diesem Thema empfiehlt sich mehr als die Investition in diese Zusammenfassung.

Aus den Briefen Nietzsches: An Malwida von Meysenburg in Rom, Venedig, Anfang Mai 1884: Wer weiß, wie viele Generationen erst vorübergehen müssen, um einige Menschen hervorzubringen, die es in seiner Tiefe nachfühlen, was ich getan habe! Und dann selbst noch macht mir der Gedanke Schrecken, was für Unberechtigte und gänzlich Ungeeignete sich einmal auf meine Autorität berufen werden.

Petra Balzer de Garcia – Die Reben von Scala Dei

„Dass der Herr auch den Kelch Wein nimmt und ihn den Seinen reicht, zeigt, dass er uns nicht nur das geben will, was wir unbedingt brauchen. Er denkt uns auch zu, was uns Freude macht. Wie das Brot für all das steht, was wir zum Leben nötig haben, so der Wein für das, was uns des Lebens froh werden lässt.“

Es scheint ein recht feiner historischer Roman zu sein. Der junge Maure Raschid muss fliehen, denn die Christen erobern die Stadt Siurana, über die bisher seine Mutter Azia herrschte. Raschid muss sich als Christ ausgeben, um zu überleben. Der Weinhändler Bobo nimmt den Jungen als Lehrling unter seine Fittiche.

Raschids neues Leben nimmt seinen Lauf, schließlich verliebt er sich sogar in die schöne Alba, die mit Guillem, dem Sohn des Eroberers von Siurana, verheiratet wird. Und genau dieser Aspekt macht den Roman in weiterer Folge unglaubwürdig. Die Autorin verfängt sich in ihrer Geschichte, in die sie alles reinpacken will. Der religiöse Konflikt von Raschid, der mit seinem späteren Mentor Prior Père die Kartause Scala Dei gründet und deren Weinberge bewirtschaftet, bleibt vollkommen außen vor. Natürlich gelingt ihm letztendlich die Rache und alles wendet sich zum Guten, dies geschieht jedoch in furchterregender Geschwindigkeit und wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen unglaubwürdig. Als wäre der Abgabetermin nahegerückt und daher musste der Deus ex machina die Geschichte zu einem guten Ende bringen.

Raschid war übel vor Unruhe und Furcht. Sicher, er war frei. Doch einen Tag zuvor war er dem Tod noch so nah gewesen. Nichts war von Dauer, dessen war er sich so gewiss wie nie zuvor.

Die Handlung ist in Katalonien angesiedelt (was mich ursprünglich veranlasst hat, zu dem Roman zu greifen). Hier wäre eine Übersichtskarte hilfreich, um die Reise von Raschid verfolgen zu können. Die Städte Siurana und Barcelona sind als Schauplätze auch heute zu finden. Auch die Eroberung der maurischen Stadt Siurana durch die Christen ist historisch bekannt. An diesen Fakten lehnt sich Petra Balzer de Garcia mit ihrem Roman an, die von ihr entworfene Liebesgeschichte über die Grenzen der Stände hinweg kann jedoch nicht überzeugen, so sehr ihre Beschreibungen des Weinbaus und Raschids Entwicklung zum Weinbauer auch gefallen.