Meryle Secrest – Somewhere For Me: A biography of Richard Rodgers

He said years later that he had only to walk into a theatre to find himself in a good mood. „If I’m unhappy,“ he said, „it takes my unhappiness away; if I’m happy, I get happier.“ His granddaughter Nina Beaty said, “He invented a special world. In anything to do with musicals, he lived in full color; the grass was green, the sky was blue, the birds sang and the butterflies flitted about. The real world was black and white to him, and not pretty at all.“

Auch Richard Rodgers Leben bietet ausreichend Anknüpfungspunkte für Mergle Secrest, um eine spannende Lebensgeschichte zu erzählen. Seine Entwicklung zum erfolgreichen Komponisten, seine Zusammenarbeit mit dem zunehmend alkoholabhängigen und unzuverlässigen Lorenz Hart. Nach dessen Tod entwickelt sich die Zusammenarbeit mit Oscar Hammerstein zur erfolgreichsten Arbeitsphase seiner bisherigen Karriere. Mit Oklahoma!, South Pacific und The Sound of Music entsprangen dieser Partnerschaft einige der bekanntesten Musicalklassiker, die auch heute noch beliebt sind.

Doch die Autorin spart auch die privaten Details nicht aus und beleuchtet Rodgers’ Beziehung zu seiner Frau und seinen Kindern und erwähnt auch seine zahlreichen außerehelichen Liebschaften. So ergibt sich ein differenziertes Portrait des bekannten Komponisten, das meine Erwartungen bestens erfüllt hat. Eine Biografin, die ihr Handwerk versteht.

William McBrien – Cole Porter

Grossmugl Herbst made with CAM+

Be a clown, be a clown,
All the world loves a clown

Dass diese Feststellung aus einem Cole-Porter-Song nicht stimmt, hat mir der Mann bewiesen, der in einem Fast-Food-Restaurant mit Grabesstimme verkündet: „Hoffentlich kommt kein Clown.“

Ähnlich amüsante (und vermutlich weit spannendere) Anekdoten hat auch die Cole-Porter-Biographie von William McBrien zu bieten. Der Autor vertieft sich in die Lebenswelten des populären Komponisten seiner Zeit und lässt auch seine privaten Probleme nicht außer Acht. Das Verhältnis zu seiner Frau Linda – die Ehe mehr eine Freundschaft als eine richtige Ehe –, seine wechselnden Beziehungen zu Männern, seine gesundheitlichen Probleme nach einem Sturz vom Pferd, die schließlich nach Jahren der Schmerzen zum Verlust des Beins führten.

But then, this is not a review for stupid people. Such would not understand the weltschmerz that must have led the writer of those lines to only seem to scoff at Manhattan by calling it a dirty town, while he really was choking back a wave of deep emotion that insisted on finding expression in the use of “dear” and “old”.

McBrien zitiert unter anderem aus den damaligen Kritiken zu Porters Werken, die ich nicht nur wegen der fantasievollen Schreibe der amerikanischen Rezensenten spannend finde, sondern auch wegen dem wiederholten Einwurf von deutschen Worten, die sich in den amerikanischen Sprachgebrauch eingeschlichen haben wie etwa in diesem Beispiel ”Weltschmerz“. Auch der „Zeitgeist“ begegnet uns immer wieder in allen möglichen Zusammenhängen.

He startet writing a song by selecting a title. “From this title I work out the psychology of the tune. Next I write a lyric backwards, and in this way build it up to a climax … if I can’t find a good climactic line I throw out the tune.“

Auch die Arbeitsweise des Komponisten wird thematisiert. Dies ist vor allem für andere Kreative interessant, ich finde es immer wieder spannend, über die Arbeitsweise anderer zu lesen. Die Enthüllung, dass Cole Porter für seine Texte Reimwörterbücher zu Hilfe nahm, überrascht und beruhigt gleichzeitig. Wenn ein großer Komponist wie Cole Porter manchmal Schwierigkeiten hatte, die Teile zusammenzusetzen, kann das dem eigenen Kreativschaffen etwas den Druck nehmen.

The show opened in Philadelphia on December 2, 1948, and underwent scarcely any revisions. Five minutes of the book were cut to make room for extra choruses of “Brush Up Your Shakespeare“. “No rewriting of the libretto or songs; no songs added or dropped; no trying out of songs in different places … It is the only musical in the history of American musicals that can claim this heavenly distinction.

Ein langes Kapitel befasst sich mit dem größten Hit Cole Porters, dem heute noch oft gespielten Kiss Me, Kate. Ich selbst habe in den letzten Jahren drei Inszenierungen dieses Klassikers gesehen und diese scheinen das obige Zitat zu bestätigen. Die deutsche Version „Schlag nach bei Shakespeare“ wird in jeder Inszenierung bis aufs Mark ausgereizt. Ohne die Gangster würde diese Komödie nicht nur nicht funktionieren, sie wäre wohl niemals über eine Off-Broadway-Bühne hinausgekommen. Meine Beobachtungen haben auch ergeben, dass das Publikum bei diesem Stück häufig aus Nostalgiegründen kommt. Kaum jemand kennt die Geschichte nicht, man kommt eher, um die bekannten Melodien wie das auch außerhalb der Musicalwelt weithin bekannte „Wunderbar“ live gespielt und gesungen zu hören und in Erinnerungen zu schwelgen. Kein anderes Cole-Porter-Musical hat einen ähnlichen Klassiker-Status erreicht, am häufigsten kann man im deutschsprachigen Raum noch Anything Goes sehen.

Really, until Rodgers and Hammerstein, if you had to change a scene, a girl could come out in front of the curtain and sing anything or dance anything … Porter created all of his songs to spring naturally out of the book.

Cole Porter liebte das Theater. Er schuf nicht nur fantastische Melodien, die heute noch verzaubern sondern veränderte mit seinen Werken auch die Musicalwelt an sich. Es wäre zu hoffen, dass heutige Intendanten sich ein Beispiel nehmen und einige seiner weniger bekannten Werke wieder ausgraben und ihnen so zu neuem Leben verhelfen. Nicht, dass My Fair Lady ein schlechtes Stück wäre. Aber es braucht auch mutige Theatermacher, die den Beweis antreten, dass das Musical auch abseits der ausgetretenen Pfade spannende Stücke und Melodien zu bieten hat. Cole Porters unbekannte Werke wiederzuentdecken, wäre da auch einmal ein spannender Ansatz.

Am Rande: ein interessantes Phänomen des Kindle Books zeigt sich hier erstmals: der Autor hat seine Quellen ausführlich dokumentiert, in einem Papierbuch werden diese Quellen üblicherweise mit kleiner Schrift am Ende des Buches zusammengepfercht. Da dürfte beim Umwandeln ins eBook-Format wohl etwas schief gegangen sein, denn die Quellenangaben im eBook umfassen die letzten 20% des Buchs.

Carol De Giere – Defying Gravity

Sibelius Monument Helsinki

“The problem with musicals”, Stephen Schwartz suggests, “is that you are only as strong as your weakest element. You can have a good show that gets sunk by one performance or an intrusive design element.“ Every artist faces form issues: a painter laments when a painting is poorly framed; an author worries that an unsuitable cover will misrepresent his or her book. For musicals, any number of things can obscure what the writers were trying to communicate: bad casting, distasteful costumes or sets, in appropriate orchestrations, or unappealing choreography.

Schon oft habe ich erlebt, dass Musicals nicht so richtig berühren, wenn man sie nicht auf der Bühne sieht, sondern nur (oder zuerst) auf CD erlebt. Manchmal berühren sie nicht mal von der Bühne aus (wie es mir beispielsweise bei The Woman in White erging). Bei Wicked aber war es für mich Liebe auf den ersten Ton, wenn man so will. Es war das erste Musical, dessen Aufnahme ich aus dem iTunes Store kaufte, wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich zuvor Defying Gravity bei einem Soloabend von Maya Hakvoort gehört. So richtig erfassen konnte ich Wicked dann erst im Londoner Apollo Victoria Theatre, ein herrlicher Nachmittag (es war eine 14:30 Vorstellung).

Carol de Gieres Biographie beschäftigt sich nicht nur, aber schwerpunktmäßig mit der Entstehung von Wicked, gleichzeitig ein positiver wie negativer Effekt des Buches. Einerseits freut sich der Wicked-Fan, die verschiedenen Entwicklungsstadien des Musicals nachvollziehen zu können, andererseits kann man von einer ausgewogenen Berichterstattung eben nicht sprechen. Es fasziniert, wo Stephen Schwartz noch überall mitgewirkt hat, ich wusste beispielsweise nicht, dass unterem anderem die Songs zu The Prince of Egypt inklusive dem großartigen When You Believe auch von Stephen Schwartz stammen.

Beim Lesen stellt man fest, dass hier eine großartige Kombination aus Fan-Tum und dokumentarischen Fähigkeiten der Autorin vorliegt. Dass sie Stephen Schwartz offensichtlich zugeneigt ist, tut der Biographie keinen Abbruch, eine kritische Auseinandersetzung will der Wicked-Fan ohnehin nicht lesen und wer sollte sonst zu diesem Buch greifen? Es gelingt der Autorin, zu vermitteln, wie tief Stephen Schwartz im kreativen Arbeiten verwurzelt ist, sie zeigt manche Tricks seiner Arbeit auf, sie hat extra das Element Creativity Notes entwickelt, um seinen Arbeitsprozess zu erläutern und anderen Kreativschaffenden seine Tipps zu übermitteln.

Das Buch bietet einen guten Überblick über das Musicalschaffen von Stephen Schwartz, seine Beiträge auf dem Gebiet der Filmmusik werden ebenfalls erwähnt, allerdings im Vergleich zur detaillierten Analyse der Musicals eher nur gestreift. Gerade die Entwicklung von Wicked, dessen scheinbar endlose Folge von Revisionen wird detailliert erläutert. Ein (ent-)spannend zu lesendes Werk, von dem andere Kreativschaffende zweifellos ebenfalls profitieren können.

There were things that I knew right away. I knew how it was going to begin, I knew how it was going to end, I knew who Elphaba was, and I knew why – on some strange level – this was autobiographical even though it was about a green girl in Oz. Stephen Schwartz

Martin Gregor-Dellin – Richard Wagner

Kugelflower

Wagner ging auf den Fluchtplan ein, und Abraham Müller, dieser wunderliche Königsberger Mephisto, den ein Faustus-Autor in Wagners Lebensgeschichte hineingeschmuggelt zu haben scheint und der daraus alsbald für immer verschwinden wird, reichte ihm noch einmal hilfreich die Hand.

Lebensgeschichten sollten eigentlich eine spannende Materie sein und ich finde es immer wieder interessant, in das Leben eines „echten Menschen“ einzutauchen anstatt in die Gefühlswelten von Romanfiguren. Leider gerät Martin Gregor-Dellins Beschreibung der Lebenswelt Richard Wagners über alle Maßen trocken. Poetische Anwandlungen wie das folgende Zitat mischen sich nur äußerst spärlich in die detaillierte Beschreibung der Lebenswelt des Komponisten.

Die Seligkeit solcher Produktivität spannte ihn wie einen Bogen. Das Bewusstsein zu leben griff so tief in ihn, dass er sich vorkommen musste wie mit leerem Magen vor einer brechend vollen Tafel.

Man fragt sich unvermittelt, wie intensiv der Autor in das Leben des Autors eintauchte. Immer wieder ergibt sich der Eindruck, die Freunde des Komponisten wären ihm schon persönliche Freunde geworden. Zeitgenossen wie Friedrich Nietzsche und Thomas Mann webt er in die Geschichte ein, als würden sie täglich bei ihm zum Kaffee vorbeikommen.

Doch nicht das war das eigentlich Neue am Lohengrin. Wenn Thomas Mann schwärmend von der blau-silbernen Schönheit der Lohengrin-Musik sprach, so bezeichnete er damit unbewusst den Schritt vom Tannhäuser zum Lohengrin: die Entdeckung der Farbe. Wagner erschloss sich die koloristische Dimension der Musik und der Instrumentierung.

Für Gregor-Dellin scheinen nicht nur Wangers musikalische Ergüsse den Maßstab darzustellen. Auch seine Aufzeichnungen zur Gestaltung des Theaters an sich kommen ausführlich zur Sprache. Wagner war offenbar nicht nur ein genialer Komponist sondern gleichfalls ein Bühnen-Perfektionist in einer Art und Weise, die Stanley Kubrick Jahrzehnte später auf seine Filme anwandte. (Kürzlich hörte ich die Anekdote, dass er einen geplanten Film vor seinem Tod nicht mehr drehen konnte, weil er unbedingt mit dem Setting angemessenem Kerzenlicht drehen wollte und es damals keine Kameratechnik gab, die seinen Ansprüchen genügte. Er gab dafür die Entwicklung einer Speziallinse in Auftrag und wollte mit dem Film warten, bis seine Vorstellungen technisch umgesetzt werden konnten.) Auch Wagners Bühnenkonstruktionen dürften die Maßstäbe der damaligen Zeit sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in ihrer Dimension gesprengt haben.

Erstaunlich ist nur, wie unbemerkt ihm blieb, dass er die Utopie verfehlte: er schuf gar nicht das Drama der Zukunft, das eine griechische Klassik evoziert, sondern episches Theater. Seine Helden sind nicht eigentlich Dramenfiguren, das unterscheidet ihn sehr von Shakespeare und Verdi.

Und dann finden sich bisweilen auch noch Perlen, die direkt einem Standard-Artikel, der sich mit der experimentellen Inszenierung einer Wagner-Oper beschäftigt, entstammen könnten.

Der große Vergessenmacher seiner selbst erneuerte sich aus dem, was andre längst vergessen hatten, und stellte sich aus den Antagonismen seines Lebens stets wieder her zu lebenden Bildern aus Ästhetik, Philosophie und Politik: zur gefälligen Bedienung. Die dogmatischen Wagnerianer waren desavouiert, bevor sie noch recht Tritt gefasst hatten.

Und ich möchte nicht verhehlen, dass ich angesichts dieses langatmigen Werkes wieder mal Verständnis empfinde für die Internetgeneration, die selten etwas Längeres als durchschnittliche Wikipedia-Artikel liest. Biografien eignen sich wohl kaum als Material für Leseeinsteiger.

Martin Geck – Wenn der Buckelwal in die Oper geht

Man kann solche und ähnliche Gags nicht ständig wiederholen; doch Haydn liebt es, sie als sein Markenzeichen immer wieder einmal anzubringen: Sie sind Ausdruck eines Humors, von dem noch der Romantiker Jean Paul schwärmte. Dieser lebte in einer Zeit, als unkonventionelle Anfänge bereits das A und O aller Literatur waren. Ein Dichter tut sich damit freilich auch leichter als ein Komponist.

Wenn ein Professor der Musikwissenschaft sich hinsetzt, um ein Buch zu schreiben, erwartet man zweifellos eine trockene Abhandlung über Musiktheorie oder die langgezogene Biographie eines Komponisten. Martin Geck hat zwar auch eine Mozart-Biographie verfasst, wenn er diese aber in dem gleichen liebevoll ironischen Ton verfasst hat, wie seine „Variationen über die Wunder klassischer Musik“, kann es sich dabei nur um ein ausgesprochen amüsantes Werk handeln.

Viele professionelle Musikkritiker machen es freilich nicht besser: Während man anlässlich einer Kunstausstellung über die Bilder berichtet, interessieren an einer Opernpremiere vor allem Sänger und Regiekonzept.

Dabei balanciert Geck stets zwischen der Bewunderung der unterschiedlichen Techniken der Komponisten sowie der ironischen Betrachtung deren Eigenheiten. Dabei vergisst er jedoch nicht auf pointierte Analysen der behandelten Genres (exemplarisch sei hier die Variation „Nachtwandlerinnen der Liebe – Boudoir und Bordell in der Oper“ genannt). Dass es ihm gleichzeitig auch noch gelingt, die Musikkritiker und deren lückenhafte Analyse der Werke auf die Schippe zu nehmen, ohne dabei vom Weg abzukommen, gleicht einem Drahtseilakt.

Wenngleich das alles mit einem Kulturbetrieb zusammenhängt, der sich auf Weiteres nicht verändern lässt, schreibe ich unbeirrt dagegen an – und dies in der Überzeugung, dass mehr von Musik hat, wer sie nicht nur selbst macht oder hört, sondern sich mit ihr auch gedanklich auseinandersetzt.

Aber über all der Kritik, die Geck sowohl Komponisten als auch allen anderen an musikalischen Werken Beteiligten angedeihen lässt, bleibt das alles beherrschende Gefühl stets die Liebe zur Musik, wie aus dem letzten Zitat deutlich hervorgeht. In der letzten Variation bezeichnet er die Musik unter anderem als Sprache der Engel und führt aus, was sie aus Menschen machen kann, wenn man ihr nicht nur mit offenem Ohr, sondern auch mit offenem Herzen lauscht. Und so ist dieses Werk auch nicht nur für Musiktheoretiker zu empfehlen, sondern jedem, der sich an der intelligenten Auseinandersetzung mit Musik ebenso erfreuen kann wie an der Musik selbst.

Herrmann Matzke – Musikgeschichte der Welt

Äußerst sperrig beginnt diese Betrachtung der Musikgeschichte, erschienen bereits im Jahr 1960. Doch gerade dieser Umstand hat es zu spannendem Lesestoff gemacht. (Ich hätte damit noch bis 2010 warten sollen, dann wären es genau 50 Jahre gewesen.)

Die Fähigkeit des Autors, sich in Musik hineinzufühlen, scheint gewaltig zu sein, in blühenden Farben beschreibt er die Werke mancher Künstler, andere reißen ihn weniger zu derartigen Begeisterungsstürmen hin.

Die Krönung von Händels Instrumentalmusik aber bedeuten, die nur mit Bachs „Brandenburgischen Konzerten“ vergleichbaren zwölf „Concerti grossi“, in Groß- und Kleingruppen freizügig und doch formgeballt konzertierende monumentale Charakterwerke, die in alter Form den Geist einer neuen individuellen Welt in kantabel strahlender Streichersprache verkünden.

Leuchtend auch der Text über Ludwig van Beethoven:
Wie Prometheus einst den antiken Göttern das Feuer vom Himmel raubte, so verknüpfte Beethoven das menschliche Erlebnis und den musikalischen Einfall mit den Grundfragen des menschlichen Daseins.

Franz Schubert wird hingegen ein Schaffen von tropischer Fruchtbarkeit attestiert. Weiters liegt dem Autor Richard Wagner besonders am Herzen. Dazu zitiert er aus Theodor Adornos „Versuch über Wagner“ (1952):
„Kein Verfallsmoment in Wagners Werk, dem nicht die Produktivkraft Momente des Werdenden hätte abzuzwingen versucht.“

Der Widerspruch liegt eigentlich bereits im Titel, denn „Musikgeschichte der Welt“ sollte eigentlich mehr sein, als eine Geschichte der klassischen Musik (neuere Strömungen wie etwa Jazz werden in genau einem Absatz angerissen). Ein umfassendes Werk wird jedoch auch niemand erwarten, der dieses Bändchen in Händen hält. Jedoch fragt man sich unwillkürlich, was man wohl in 50 Jahren über die Musik unserer heutigen Zeit schreiben wird. Und wie wir das heute Geschriebene in 50 Jahren beurteilen werden. Eine Zeitreise.

Eduard Mörike – Mozart auf der Reise nach Prag

Zwischendurch mal ein bißchen kurzweilige ältere Literatur. 1855 von Eduard Mörike anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten geschrieben. Eine Künstlernovelle, die von einer frei erfundenen Begebenheit im Rahmen einer tatsächlich stattgefundenen Reise Mozarts erzählt. Kurzweilig geschrieben, tatsächlich als Novelle eher kurz, Unterhaltsames für zwischendurch.