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Roman

John Irving – Gottes Werk und Teufels Beitrag

Blüten am Herrensee in Litschau

Und mit dieser Entdeckung – dass ein Fötus bereits mit acht Wochen einen Gesichtsausdruck hat – fühlte sich Homer Wells in Gegenwart dessen, was andere eine Seele nennen.

John Irving ist seit Langem ein Garant für gut durchdachte Erzählungen, Lebensgeschichten, die ohne platte Moral auskommen und ein Thema nicht mit dem Holzhammer, sondern durch Geschichten, Erlebnisse, menschliche Reaktionen erklären. Da der Roman schon 1985 erschienen ist, könnte man annehmen, dass er Staub ansetzt, doch das genaue Gegenteil ist der Fall.

Die Geschichte beginnt mit der Jugend von Dr. Larch, seiner Vorgeschichte, wie er im Waisenhaus St. Clouds landet und wie seine Einstellung zum Thema Abtreibung zustande kommt. Er fühlt sich schuldig am Tod einer Frau, der er die Operation verweigert hat, diese Entscheidung beschäftigt ihn für sein gesamtes weiteres Leben. Ein Waisenjunge namens Homer Wells wird schließlich zum Ziehsohn Dr. Lachs, er wird nicht adoptiert (trotz vergeblicher Versuche) und soll sich schließlich „nützlich machen“. Als Lehrling und Assistent unterstützt er Dr. Larch bei Geburten als auch Abtreibungen. Bis er zu erkennen meint, dass die ungeborenen Kinder eine Seele haben.

Homers Schicksal reist schließlich im weißen Cadillac nach St. Clouds. Candy und Wally sind wegen einer Abtreibung gekommen und laden Homer ein, sie auf ihre Apfelplantagen zu begleiten (vorerst für den Sommer), doch Homer bleibt und verändert damit nicht nur sein eigenes Schicksal, sondern natürlich das von Candy, Wally und seiner Jugendfreundin aus St. Clous, Melony. Bis Homer nach St. Clous zurückkehrt, vergeht ein halbes Leben. Letztendlich erkennt Homer auf vollkommen unaufgeregte Weise, dass er Dr. Larch unrecht getan hat und seine eigene Einstellung nicht uneingeschränkt gültig ist. Ein zeitloses Meisterwerk.

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English Roman Thriller

Stephen King – Cell

Mobiltelefon_(c)_Thorsten Freyer/PIXELIO

It takes only 12 pages to get that this is going to be an apocalypse in the tradition of Kings classic „The Stand“ (which I really should read again, it must be 15 years ago). Enhanced with the current fear of biological mass destruction weapons, terrorism and chaos this virus doesn’t only kill people, it makes them killing zombies. The survivors get to call what happened „The Pulse“, but they can only speculate, what happened to all the people carrying cellphones when the incident took place.

Survivors Clay and Tom met directly after the pulse occured and stay together nearly until the end. Clay worries about his wife Sharon and his son Johnny while Tom only has his cat left which he is resilient to leave alone. They take care for young Alice and at a later stage for the boy Jordan who is a computer geek and seems to understand much more about the technical implications of the pulse.

„Nobody should have answered it“, Clay said. „We all would have been better off.“
„Ah, but who can resist a ringing phone“, Tom asked. „And there goes your ballgame.“
„Thus spake fuckin Zarathustra“, Clay said. Alice laughed until she cried.

In the end Clay finds his son Johnny. He didn’t get the original pulse but got into the conversion measures at a later stage. In the end Clay has to take the most difficult decision of his life.

A story about how humans react in difficult situations, how you can get together with people formerly unknown and stick with them in times of horror and fear. Stephen King himself doesn’t carry a cellphone.