Anthony Doerr – All The Light We Cannot See

Dieses Buch erzählt eine Geschichte, die zur Zeit des zweiten Weltkriegs spielt. Die beiden Hauptprotagonisten sind Marie-Laure, die als blindes Mädchen zu Beginn mit ihrem Vater in Paris aufwächst und schließlich bei ihrem Onkel im kleinen französischen Ort Saint-Malo Zuflucht sucht, und Werner, der als Waisenkind aufwächst und aufgrund seines autodidaktisch angeeigneten Wissens über Radioempfänger und andere Technik zuerst in einer deutschen Schule und schließlich in der deutschen Armee landet. Die beiden stehen auf verschiedenen Seiten, sind jedoch durch einen irrwitzigen Zufall des Schicksals miteinander verbunden.

Die Geschichte ist kunstvoll konstruiert, sowohl die Gemeinsamkeit von Marie-Laure und Werner und schließlich auch das spätere Schicksal der Protagonisten entfaltet sich wie in einem Netz, in dem immer wieder Begegnungen als Schnittpunkte eingewoben sind. Lebensnah ist die Beschreibung, das Happy End ist nicht das Ende. Erst der Tod bildet das Ende für einen Menschen und manchmal bleibt seine Geschichte mit seinen Verwandten und den Menschen, die an ihn zurück denken, noch lange mit anderen Schicksalen verwoben.

Donna Leon – Blutige Steine

Es könnte eventuell wieder ein kurzer Beitrag sein, zum Zwecke der weihnachtlichen Entspannung wollte ich mir wieder mal einen gepflegten Krimi vom Regal nehmen, diesen Zweck hat der Brunetti auch diesmal wieder erfüllt. Der Spannungsfaktor ist diesmal eher dezent, es kommt bis zum Schluss zu keinem Showdown. Trotzdem finde ich diesen Krimi besser aufgebaut als viele andere. Brunetti kämpft diesmal weniger gegen die tatsächlichen Mörder sondern gegen die internen Querelen. Sein Chef untersagt ihm die Ermittlungen, sowohl Innen- und Außenministerium mischen sich ein und sogar auf den Computer der kompetenten Sekretärin Elettra wird von außen zugegriffen. Von allen Brunetti-Krimis der letzten Zeit hat mir dieser deutlich besser gefallen, aber es bleibt natürlich nach wie vor dabei, dass der Brunetti einfach Geschmackszache ist. Mit einem Harry Hole ist er sowieso nicht zu vergleichen. Steht da nicht auch noch was im Regal? Ich muss weg …

Nora Roberts – Der verborgene Stern

Zweige

Zudem war es erregend, zu wissen, dass sie sich an keinen Kuss vor diesem erinnern konnte. Dass er der einzige Mann in ihrem Kopf und in ihrem Herzen war, der sie auf diese Weise berührte. Er war der erste, der sie zum Zittern brachte, sein Name war der erste, den sie wisperte, während sie von einer Welle des Begehrens ergriffen wurde.

Hach, Frauenromane. Warum ist das immer so ein Thema, dass es wichtig ist, ob ein Mann der Erste ist? Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, erweist sich die betreffende Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat, dann auch noch tatsächlich als unberührt …

Er hatte eine sehr genaue Vorstellung von Recht und Unrecht. Es gab die Guten und die Bösen, es gab Gesetz und Verbrechen. Und doch war er nicht so schlicht gestrickt, dass er nicht auch die Graustufen erkannte und zu würdien wusste. Doch es gab gewisse Grenzen, die er niemals überschritten hätte. Zudem besaß er einen scharfen Verstand, der höchstens hin und wieder kleine Abstecher in bunte Fantasiewelten machte.

Hach, was für ein strahlender Held. Bei etwa 97% dann die entscheidende Erkenntnis. Das ist der erste Teil einer Trilogie. Warum sollte Amazon auch irgendwas anderes verschenken, als Dinge, die noch mehr Teile haben? Siehe der achte Harry Hole. Ob ich für die Fortsetzung von diesem Schinken allerdings Geld ausgeben möchte, muss ich noch mit mir selbst ausfechten. Immerhin ist die gute Bailey jetzt keine Jungfrau mehr. Mal sehen, ob ich diese damit nicht abgeschlossene Trilogie nicht irgendwie verdrängen kann.