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Marilynne Robinson – Jack

CN dieses Buch: Rassismus, Suizid
CN dieser Post: Rassismus


Nun also der vierte Teil der Gilead-Serie, der uns endlich einen Einblick in das tatsächliche Innenleben von Jack, den wir bisher nur durch die Augen des Reverends, seiner Frau Lila und Jacks Schwester Glory betrachten konnten. In den Gesprächen mit Glory (in Home) hatte sich bereits abgezeichnet, dass Jack tiefe Scham empfindet, weil er nach seiner Ansicht (die mit der vieler Menschen der Gesellschaft übereinstimmen dürfte) ein schlechter Mensch ist, der andere mit in die Tiefe zieht.

Dieses Besuch erzählt hauptsächlich die Geschichte und Entwicklung von Jacks Bekanntschaft mit Della Miles, einer afroamerikanischen Frau, Lehrerin und respektabel. Auch nur eine Bekanntschaft zwischen einem weißen Mann und einer afroamerikanischen Frau ist im St. Louis der beschriebenen Zeit dermaßen unmöglich, dass Jack sich nur vergewissern kann, dass Della sicher nach Hause kommt, indem er ihr auf der anderen Straßenseite folgt. Eine Beziehung wird sowohl von Seiten der weißen Gesellschaft als auch von Dellas Familie entschieden abgelehnt.

But excuses only meant that he had done harm he did not intend, which was another proof that he did harm inevitably, intentions be damned.

Mit diesem Zwiespalt plagt sich Jack das ganze Buch lang. Er liebt Della und will sie keinesfalls aufgeben. Gleichzeitig weiß er, dass es ihrer Reputation schadet, mit ihm gesehen zu werden, auch Dellas Familie sieht die Bekanntschaft als klar schädlich für sie an. Eine unlösbare Situation, die Jack immer wieder an den Rand der Verzweiflung treibt.

Am Ende bleiben weitere Fragen offen. Ein nächstes Buch sollte die Geschichte wohl aus der Sicht von Della weitererzählen. Dann erfahren wir vielleicht auch, wie es zu der scheinbar unbefleckten Empfängnis kam …