CN: Mord, Genozid, Trauma, Rassismus, Landminen, Bürgerkrieg, Hunger, Flucht, sexuelle Gewalt
In diesem Epos erzählt die Autorin in fiktionalisierter Form vom Bürgerkrieg in Süd-Nigeria Ende der 1960er-Jahre. Es wird aus drei Perspektiven erzählt; die Personen stehen miteinander in Verbindung. Olanna ist eine Nigerianerin aus einer reichen Familie, Ugwu stammt aus einem armen Dorf und arbeitet bei Olannas Partner Odenigbo als Houseboy. Richard ist Engländer, recherchiert für ein Buch und interessiert sich für die lokale Kunst. Er beginnt eine Beziehung mit Olannas Schwester Kainene.
Bevor es zu den dramatischen Tagen des Bürgerkriegs kommt, stehen Beziehungsverwirrungen, Fragen der Lebensführung und der Gesellschaft im Vordergrund. Die verschiedenen Völkergruppen in der Region stehen immer wieder miteinander in Konflikt. Affären und deren Folgen reißen Freundesgruppen und Familien auseinander. Erst die furchtbare Hungerkatastrophe des Kriegs lässt die zuvor Getrennten wieder zusammenrücken.
Es war nicht einfach, zu lesen, wie Kinder rausgeschickt werden, um Eidechsen und Heuschrecken zu jagen, weil es sonst einfach nichts zu essen gibt. Von einer Krankheit, die von Mangel an Protein in der Nahrung ausgelöst wird, hatte ich bisher nie gehört. Wikipedia nennt diesen Bürgerkrieg „eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Neuzeit“ und zeigt sogar ein Foto von nahezu nackten Kindern mit Hungerödemen. Ich denke, das Buch will (auch) zeigen, wie selbst in den dunkelsten Zeiten Menschen zusammenhalten und an eine bessere Zukunft glauben, für die sie auch kämpfen. Es ist aber aufgrund der detaillierten Beschreibung der Kriegsgräuel auch schwierig zu lesen.
They sat on wooden planks and the weak morning sun streamed into the roofless class as she unfurled Odenigbo’s cloth flag and told them what the symbols meant. Red was the blood of the siblings massacred in the North, black was for mourning them, green was for the prosperity Biafra would have, and, finally, the half of a yellow sun stood for the glorious future.