Categories
English Roman

Nnedi Okorafor – Death of the Author

CN: Drogenkonsum, Sexismus, Ableismus, Unfall, Panikattacken, Tod eines nahen Angehörigen


Schreiben ist gerade wieder schwierig, daher ist schon einige Zeit vergangen, seit ich dieses Buch als Teil unseres Hugo-Awards-Nominees-Buchclubs gelesen habe. Es hat mich jedenfalls in seiner Vielschichtigkeit begeistert.

Die Protagonistin Zelu ist eine selbstbestimmte Frau, die nicht nach den Regeln der Gesellschaft oder ihrer Familie spielen will. Im Alter von zwölf Jahren ist sie aus einem Baum gestürzt und kann sich seitdem nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Als schwarze, behinderte Frau erlebt sie immer wieder sexistische und ableistische Beleidigungen. Doch sie weigert sich aktiv, die Rolle anzunehmen, die ihr von Familie und Gesellschaft zugeteilt wird. Sie nutzt autonome Taxis, um sich fortzubewegen und nimmt später die Möglichkeit an, durch ein modernes Exoskelett-Projekt wieder gehen zu können.

But I’d heard Zelu loud and clear. She blamed herself and her arrogance for all that had happened, no matter what anyone said or what her logical brain knew. She couldn’t help it. It was how she’d been able to accept what she was. She had to own it. But the problem is, blame comes with guilt, and guilt is heavy, and that pressure just keeps building. 

Ihre aus Nigeria stammende Familie steht in ständigem Konflikt mit Zelu. Lange war mir nicht klar, warum ihre Familie sich so sehr dagegen wehrt, dass Zelu selbständig leben möchte. Erst gegen Ende hin habe ich verstanden, dass Zelus Familie ihr die Schuld für ihre Behinderung gibt. Mit ihrem Fall aus dem Baum hat sie sich selbst zur Belastung für ihre Familie gemacht. Jede neue Aufregung, die Zelu nun in die Familie trägt, wird als weitere Zumutung empfunden.

Stories were the greatest currency to us, greater than power, greater than control. Stories were our food, nourishment, enrichment. To consume a story was to add to our code, deepen our minds. We felt it the moment, we took it in. We were changed. It was like falling. It was how we evolved. 

Zelu erlangt durch einen Roman über Roboter Berühmtheit. Die Kapitel dieses Romans sind immer wieder zwischen den Kapiteln über Zelu eingestreut. In ihrem Buch geht es um Roboter, die eine von Menschen entvölkerte Erde bewohnen. Manche dieser Roboter sind auf der Suche nach Geschichten, andere verlangt es nach Macht (was die Roboter auf eine zutiefst irritierende Weise menschlich wirken lässt). Eine aus der Not entstandene Freundschaft zwischen dem humanoiden Roboter Ankara und dem körperlosen Robotergeist Iyele zeigt auf, dass die verfeindeten Roboterspezies eigentlich gar nicht so unterschiedlich sind, wie es auf den ersten Blick wirkt.

Es gäbe noch so viel mehr über dieses Buch zu schreiben. Für den Moment muss es reichen, dass ich mit diesem Blog Post einen Bann durchbrochen habe. Hoffentlich bringen die nächsten Tage weitere Fortschritte.