Daniel Defoe – Robinson Crusoe

Insel (c) Daniel Stricker/PIXELIO

Sobald ich nur eine Möglichkeit des Überlebens sah und nicht verhungern und umkommen musste, verging das Gefühl der Niedergeschlagenheit, sogar dann, als ich nach gebührendem Nachdenken erkannte, dass ich an diesen furchtbaren Ort verschlagen war, unerreichbar weit von allen Menschen, ohne jede Hoffnung auf Befreiung und ohne jede Aussicht auf Erlösung.

Zumindest grob kennt jeder die Geschichte des Robinson Crusoe, der auf einer einsamen Insel strandet und dort viele Jahre verlebt. Es ist interessant, mit welch stoischem Gehabe Robinson die Einsamkeit auf der Insel hinnimmt. Ohne sich lange mit Ärger und Gejammer aufzuhalten, baut er sich auf der Insel in mühsamer Kleinstarbeit eine Existenz auf. Natürlich macht er dabei Fehler, aber dies stellt kaum ein Problem dar, denn Zeit hat er ja im Überfluss. Lange Jahre lebt Robinson alleine und hat nur Tiere zur Gesellschaft und doch kommt ihm lange kein Gedanke an das Fortkommen von der Insel, außer der Möglichkeit, es könnte ein Schiff vorbeikommen.

Erst die Errettung des „Wilden“ Freitag zeigt Robinson, wie sehr im Gesellschaft gefehlt hat. Nach den langen Jahren scheint es ein Wunder, dass sich Robinson noch in der Lage sieht, seinen neuen Gefährten in Religion zu unterrichten und mit diesem theologischen Fragen nachzugehen.

Dies befriedigte Freitag nicht, sondern er entgegnete mir, indem er meine Worte wiederholte: „Schließlich vorgesehen? Ich nicht verstehen – aber warum nicht Teufel jetzt töten, viel vorher töten?“
„Ebensogut könntest du mich fragen“, sagte ich, „warum Gott nicht dich und mich tötet, wenn wir hier sündhafte Dinge tun, die ihn beleidigen; er verschont uns, damit wir bereuen und damit uns vergeben wird.“

Allzuviel Zeit bleibt ihnen für diese Gespräche ohnehin nicht. Die Ankunft Freitags setzt den Wunsch in Brand, die Insel zu verlassen. Da Robinson nun durch die Ankunft der Wilden weiß, dass das Festland in Reichweite liegt, setzt er alles daran, dieses auch zu erreichen. Als sich die Möglichkeit bietet, ein Schiff zu kapern, gelingt dies nach Robinsons Plan. Auch seine Rückkehr wird erzählt, was in kaum einer Rezension erwähnt wird. Meist konzentriert man sich einzig auf sein einsames Leben auf der Insel, das auch in Filmen (auch moderne Versionen wie beispielsweise Cast Away mit Tom Hanks) thematisiert wird. Auch Sechs Tage, sieben Nächte mit Harrison Ford und Anne Heche bedient sich des Motivs der einsamen Insel. Im Vergleich zu den filmischen Umsetzungen bleibt die Erzählung von Daniel Defoe wie oben bereits erwähnt, erstaunlich emotionslos, kaum eine Gemütsbewegung kann die Stimmung des wackeren Robinson trüben. Im Großen und Ganzen scheint es ihm nicht so schlecht bekommen zu sein, einen Großteil seines Lebens auf der Insel zu verleben.

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