Joseph Conrad – Das Herz der Finsternis

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Und schließlich neigte sich die Sonne auf ihrer vorgezeichneten unsichtbaren Bahn tief herab und wechselte von gleißendem Weiß zu stumpfem Rot, ohne Strahlen und ohne Wärme, als wolle sie, wie tödlich getroffen von der Berührung mit der Dunstglocke über einer Menschenmenge, plötzlich verlöschen.

Wie ich nun nachträglich der Wikipedia entnehmen konnte, basiert Joseph Conrads Erzählung „Herz der Finsternis“ auf seinen eigenen Erfahrungen als Kapitän. Während der Lektüre hatte ich mich öfter gefragt, wo diese Flussfahrt eigentlich passiert, falls es irgendwo genau definiert wurde, habe ich das wohl überlesen. Conrad selbst war Kapitän auf einem Flussdampfer an den Stanley-Fällen im Kongo.

Die Untätigkeit als Passagier, meine Einsamkeit inmitten all der Leute, mit denen mich nichts verband, die spiegelglatte, unbewegte See, das gleichförmige Dunkel der Küste schienen mich wie in traurigem, dumpfem Wahn von der Wahrheit der Dinge fernzuhalten. Wenn manchmal die Stimme der Brandung herüberdrang, dann freute ich mich richtig darüber, wie über die Rede eines Bruders.

Er beschreibt das Leben auf dem Flussdampfer in allen Einzelheiten. Die Zusammenarbeit mit den „Wilden“, die er als Hilfen anheuern muss. Er verliert seinen mühsam angelernten Steuermann und ist erneut auf sich gestellt. Sein ganzes Denken richtet sich auf das Finden des bejubelten Mr. Kurtz, der als Legende im Urwald lebt.

Ein bißchen erinnerte mich die Erzählung an Gabriel Garcia Marquez: Bericht eines Schiffbrüchigen. Gleichzeitig bleibt Joseph Conrad seltsam distanziert, obwohl er doch seine eigenen Erfahrungen beschreibt. Mehr konnte ich diesem Buch leider nicht entnehmen.