Karl Shaw – Das Lexikon der Geschmacklosigkeiten

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Terry Kath, der Gitarrist der US-Band Chicago, hielt sich 1978 auf einer Party in seinem Haus eine Pistole an den Kopf, die er irrtümlicherweise für nicht geladen hielt.

Eine Sammlung von ähnlich spannenden Weisheiten findet man in Karl Shaws Lexikon der Geschmacklosigkeiten. Wer sich an solchen Informationen ergötzen kann, findet hier jede Menge Material. Über diesen Geschmack möchte ich jetzt gar nicht diskutieren.

Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898). Am 10. September 1898 hielt sich die Gemahlin des österreichischen Kaisers Franz Joseph in Genf auf und wollte gerade an Bord eines Schiffes gehen. Auf dem Weg vom Hotel zur Anlegestelle stach ihr der 26-jährige italienische Arbeiter Luigi Lenchini mit einer Feile in die Brust. Der Mörder gab später zu, dass er persönlich gar nichts gegen die Kaiserin hatte und eigentlich König Umberto II. von Italien töten wollte, sich aber die fünfzig Lire nicht leisten konnte, die die Fahrt bis nach Rom gekostet hätte.

Wäre diese Anekdote nicht auf den letzten Seiten des Buchs verewigt, hätte ich das Buch tatsächlich vorzeitig weggelegt. In jedem Fall hieß der Attentäter Luigi Lucheni. Geläufig ist mir aus der Elisabeth-Biografie von Brigitte Hamann, dass Lucheni eigentlich den Herzog von Orleans ermorden wollte, diese jedoch nicht am geplanten Tag eintraf. Ob die Geschichte mit Umberto von Italien stimmt, kann ich also nicht nachweisen (persönlich sowieso nicht und auch nicht mit Quellen), aber hier zeigt sich auf jeden Fall, dass nicht genau recherchiert wurde. Wie glaubwürdig sind also die anderen Anekdoten zu beurteilen?