Kate Mosse – Die Frauen von Carcassonne

Dieses Buch beinhaltet einige Parallelen zu Anthony Doerrs All The Light We Cannot See, das ich im vergangenen Jahr gelesen habe. Es spielt in Frankreich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, eher schon gegen Ende des Krieges, was die ProtagonistInnen aber natürlich nicht wissen. Die Perspektive ist jedoch eine völlig andere. Die titelgebenden Frauen bilden eine Widerstandsgruppe, die sich dem Nazi-Regime nicht ergeben will und Flüchtlinge durch die südfranzösischen Berglandschaften nach Spanien schmuggelt.

Die Grundlinie der Geschichte, die Bildung und Entwicklung der Widerstandsgruppe, ist stringent erzählt und zeigt eindrucksvoll die unterschiedlichen Einstellungen zum Kriegsgeschehen und auch wie sich diese durch persönliche Erfahrungen verändern können. Als Nebenhandlung wird die Geschichte von Arinius erzählt, einem Mönch, der um die Mitte des ersten Jahrtausends ein Schriftstück aus Rom entwendet hat und dieses in den Bergen um Carcassonne versteckt, um es vor dem Zugriff machthungriger Kirchenfürsten zu schützen. Nach diesem Schriftstück wird wiederum zur Zeit des Zweiten Weltkriegs von verschiedenen Gruppen gesucht. Es verspricht dem Besitzer die Möglichkeit, ein Geisterheer anzurufen, das in den Augen mancher kriegsentscheidend sein könnte. Neben dieser mystischen Nebenhandlung darf natürlich auch eine Liebesgeschichte inklusive entsprechender körperlicher Szenen nicht fehlen.

Die einzelnen Versatzstücke der Handlung fügen sich in meinen Augen nicht immer nahtlos ineinander, speziell die Liebesgeschichte erschien mir in manchen Szenen doch sehr banal. Das Ende wiederum birgt eine Überraschung, ich hatte mir auch aufgrund der historischen Hintergründe etwas anderes erwartet.