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Krimi Roman

Colin Cotterill – Dr. Siri sieht Gespenster

Puppe(c)oliviaebe/SXC

Er überquerte die staubige Kreuzung in der Dorfmitte und schlenderte zum Fluss hinunter. Dort angekommen, folgte er dem Wasserlauf, der sich cremigbraun dahinwälzte wie zähflüssiger Milchkaffee. Er achtete sorgfältig auf seine Schritte, um nicht versehentlich auf eine Hundefurzblume zu treten. Die sinkende Sonne wanderte am anderen Ufer vor sich hin und verschwand immer wieder hinter Bäumen. Die tristen Hügel vor den Toren Luang Prabangs waren mit frisch gedroschenen Feldern übersät, die von fern wie schmerzhafte Hautverpflanzungen aussahen.

Der unverwüstliche Pathologe Dr. Siri wird von einem neuen Abenteuer überwältigt. In diesem lernt er nicht nur den ehemaligen König kennen und wird als Schamane Yeh Ming wiederum von Geistern verfolgt. Auch seine Assistentin Dtui, die heimlich für ein Medizinstipendium büffelt, muss sich mit allerlei Geistern und Wertigern herumschlagen. Über den gemütlichen und spannenden Stil Colin Cotterills muss ich nach der ersten Rezension nicht mehr viel sagen. Die bekannten und sympathischen Figuren begegnen uns wieder und ein paar geisterbewohnte Puppen zeigen mehr Persönlichkeit als so mancher Mensch im kommunistischen Regime in Laos.

Diese Geste kannte er von dem kahlköpfigen König in dem Hollywoodfilm, der Siam beleidigt und die Pathet Lao deshalb über die Maßen begeistert hatte.

Und nicht nur mir ist die Hundefurzblume (die nicht existiert, was eine kurze Google-Suche offensichtlich macht) ins Auge gestochen. Auch die Deister- und Weserzeitung lobt die sprachliche Gewandtheit des Autors.

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