Xaver Bayer – Weiter

Dabei sind gerade die Grenzen eines Computerspiels so verführerisch. Wo die Grafik zu Ende ist, schlummert das Essentielle. Dort beginnt es für mich interessant zu werden. Aber noch mehr faszinieren mich Spiele, die keine Grenze haben, wissen Sie, was ich meine? Da gibt es kein Ende der Illusion.

Eines dieser Bücher, das schon so lange auf meiner Liste steht, dass ich echt nicht mehr ansatzweise weiß, wo das hergekommen ist. Die Geschichte liest sich recht flüssig, wie schon der Titel sagt, geht es immer weiter.

Der Protagonist schreibt für eine Zeitschrift über Computerspiele. Gleich zu Anfang des Buches stiehlt er einen mittelalterlichen Faustkeil aus dem Urgeschichtemuseum in Asparn. Schon zu diesem Zeitpunkt könnte einem klar werden, dass mit ihm nicht alles stimmt. Auf den folgenden Seiten erzählt er von einem Moment in seinem Leben, der alles verändert hat, von dem an auf einmal alles sich anders angefühlt hat und irgendwie keinen Sinn mehr ergibt. Ziellos fährt er nun mit dem Faustkeil in der Manteltasche durch die Gegend, besucht das Haus seiner Großeltern, wo er seinen Bruder vorfindet, und philosophiert dabei ständig über Computerspiele und deren Parallelen zum richtigen Leben. In Brno soll er einen Entwickler interviewen, dieser lässt sich jedoch entschuldigen, der Protagonist lässt sich weitertreiben und landet mit der Schwester des Entwicklers im Nachtleben.

Der finale Showdown am Staatzer Berg lässt Raum für Interpretationen. Während für mich eindeutig klar war, dass der Protagonist seit Langem an Depressionen leidet und der konsumierte Drogencocktail ihn endgültig zum Zusammenbruch geführt hat, liest man nichts davon in anderen Rezensionen. Da wird eher krampfhaft nach Metaphern gesucht und die Präzision der Sprache gelobt. Womit ich zum Abschluss noch auf einen Tweet von Dejan Mihajlović verweisen möchte, der wunderbar zum Ausdruck bringt, warum nicht jedes geschriebene Wort mit symbolischer Bedeutung aufgeladen sein muss.